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Korruptionsaffäre: Prozess gegen ehemaligen MAN-Vorstand beginnt

15. August 2012 | 14:25 Uhr

München (dapd). Wegen der früheren Schmiergeldaffäre beim Lastwagen- und Bushersteller MAN muss sich das ehemalige Vorstandsmitglied Anton Weinmann ab Donnerstag (16. August) vor Gericht verantworten. Der Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München beginnt um 10 Uhr.

Die Staatsanwaltschaft München wirft Weinmann Beihilfe zur Bestechung vor. Der Angeklagte, der auch Chef der Nutzfahrzeugsparte war, soll von Korruption beim Verkauf von Lastwagen nach Belgien und Bussen nach Slowenien erfahren, aber nichts dagegen unternommen haben. Details der Anklage sind jedoch nicht bekannt. Verteidiger Holger Matt hatte per Eilantrag beim Verwaltungsgericht München verhindert, dass das Landgericht wie sonst üblich Auszüge der Anklageschrift vorab an die Presse verteilte.

Matt hatte erklärt, dass die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zwei Bestechungsvorgänge im europäischen Ausland betreffen, von denen Weinmann Kenntnis gehabt haben soll. Sein Mandat weise dies “nachdrücklich als falsch zurück”, teilte der Anwalt mit. Zahlreiche Tatsachenbehauptungen in der Anklage habe der ehemalige MAN-Manager als “tiefgehend ehrverletzend empfunden”.

Der Verteidiger zeigte sogar zwei Staatsanwälte wegen angeblicher Beleidigung und Rechtsbeugung an. Die Staatsanwaltschaft München ging dem mangels Anfangsverdacht nicht nach. Dagegen legte der Verteidiger Beschwerde ein. Diese wiederum wies die Generalstaatsanwaltschaft ab. Es lägen “keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, dass die angezeigten Staatsanwälte wider besseres Wissen falsche Behauptungen in der Anklageschrift aufgestellt haben”, begründete die Generalstaatsanwaltschaft ihre Entscheidung.

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Richter ist Vorsitzender des FIFA-Ethikkomitees

Vorsitzender Richter im Prozess gegen Weinmann ist Hans-Joachim Eckert. Dieser hat viel Erfahrung mit Korruptionsfällen. Deswegen soll er als Vorsitzender des neuen FIFA-Ethikkomitees auch mithelfen, die Bestechungsvorwürfe beim Weltfußballverband aufzuklären.

2009 war ein über Jahre hinweg praktiziertes Bestechungssystem beim Münchner Lastwagenbauer aufgeflogen. Mit häufig als Provisionen getarnten Schmiergeldzahlungen hatte der MAN-Konzern seinen Absatz angekurbelt. Neben Weinmann mussten der Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson, Finanzchef Karlheinz Hornung und weitere Manager Ende 2009 ihre Posten räumen. Gegen Samuelsson und Hornung wird nach Medienberichten nicht ermittelt.

Drei ehemalige MAN-Manager wurden bereits zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die Münchner Staatsanwaltschaft verdonnerte den Konzern Anfang 2011 zu einem Bußgeld von mehr als 150 Millionen Euro. Inklusive Steuernachzahlungen musste MAN wegen der Korruptionsaffäre 237 Millionen Euro aufbringen.

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