Auf den Ernstfall vorbereitet sein — Von Norbert Michulsky –
6. März 2012 | 8:05 UhrMünchen (dapd). Nach einem Unfall oder einer Panne stehen betroffene Autofahrer meist unter Stress und reagieren unüberlegt. "Deshalb ist es wichtig, sich immer wieder die wichtigsten Schritte vor Augen zu führen. Im Ernstfall ist man dann besser vorbereitet und weiß, was zu tun ist", sagt Thomas Unger von der ADAC-Unfallforschung in München. In einem Notfall sei es wichtig, ruhig zu bleiben. Man sollte sich zunächst einen Überblick über die Situation verschaffen und anschließend entscheiden, was zu tun sei.
Im Falle eines Unfalls oder einer Panne sollte man sich möglichst rechts halten, bestenfalls einen Parkplatz oder Pannenstreifen ansteuern. Die Absicherung des Fahrzeugs beginne mit der Eigensicherung, sagt Unger: "Deshalb sollte man eine Warnweste anlegen, idealerweise sind für alle Insassen entsprechende Westen an Bord."
Durch das Einschalten der Warnblinkanlage sowie das Aufstellen des Pannendreiecks werden nachfolgende Verkehrsteilnehmer vor Hindernissen auf der Fahrbahn gewarnt. "Das Pannendreieck muss so aufgestellt werden, dass ab dem Erkennen des Dreiecks ausreichend Zeit und Platz zum Ausweichen oder Anhalten zur Verfügung steht", erläutert der ADAC-Fachmann. Das bedeute etwa einen Abstand von 50 bis 150 Schrittlängen.
Zwtl.: 112 ist die Euro-Notrufnummer
Sind Menschen zu Schaden gekommen, sollte umgehend eine Notrufzentrale alarmiert werden. In allen Ländern der EU und der EFTA sowie in Russland, Kroatien, der Ukraine und einigen weiteren Ländern in Europa gilt die Euro-Notrufnummer 112. Erläutert werden müsse, wo ist etwas geschehen, was ist geschehen, wie viele Personen sind betroffen, welche Art der Verletzung liegt vor. Ganz wichtig sei, das Gespräch erst zu beenden, wenn die Notrufzentrale keine Rückfragen mehr habe, sagt Unger.
Wurden Menschen verletzt, sind lebensrettende Maßnahmen einzuleiten. "Eine regelmäßige Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse gibt mehr Sicherheit", rät der ADAC-Fachmann. Die Wahl der Notrufnummer empfiehlt er grundsätzlich bei Verletzten, hohem Sachschaden, fehlender Einigung, wenn der Unfallgegner sich unerlaubt von der Unfallstelle entfernt hat oder ein Fahrzeug mit Kennzeichen außerhalb der EU ohne Versicherungsnachweis (beispielsweise Grüne Versicherungskarte) beteiligt ist.
Zwtl.: Keine Schuld zugeben
Zur eigenen Beweissicherung sollte man Zeugen-Anschriften notieren und die Unfallstelle fotografieren. Dazu sollten eine Übersichtsaufnahme sowie Fotos jeweils aus Richtung der Fahrzeuge mit eventuellen Bremsspuren und Fahrzeug-Beschädigungen gehören. Vermessbare Punkte wie etwa Lichtmasten sollten mit aufs Bild. Allerdings müsse auf den Verkehr geachtet werden, mahnt Unger, "sonst ist der nächste Unfall vorprogrammiert".
Bei Bagatellschäden sollte die Unfallstelle alsbald wieder geräumt werden. Dazu gehöre, mit der gebotenen Vorsicht die Fahrbahn von herumliegenden Teilen zu reinigen.
Wenn möglich sollte mit den Unfallbeteiligten ein Unfallbericht ausgefüllt und die notwendigen Angaben zu Unfall, Fahrzeug und Person gemacht werden, "jedoch kein Schuldanerkenntnis abgeben", betont Unger.
dapd.djn/nom/K2120/mwa
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