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Heilbronner Unternehmer soll für Aufträge Schmiergeld gezahlt haben

15. November 2011 | 12:39 Uhr

Foto: dapd

Heilbronn (dapd). Ein Bauunternehmer aus Baden-Württemberg soll für Bauaufträge Beamte bestochen und illegal Preisabsprachen mit Konkurrenten getroffen haben. Wegen Korruptionsverdachts gegen den Heilbronner Firmenchef durchsuchten am Dienstag 250 Beamte zahlreiche Büros und Privatwohnungen in drei Bundesländern, wie die Staatsanwaltschaft Heilbronn und die Stuttgarter Polizei mitteilten. Schwerpunkt der Aktion war Baden-Württemberg, jeweils ein Objekt wurde in Hessen und Thüringen durchsucht.

Die Strafverfolgungsbehörden verdächtigen den 56-jährigen Unternehmer, illegale Preisabsprachen mit Konkurrenzunternehmen getroffen zu haben. Auch soll er bei öffentlichen und gewerblichen Ausschreibungen Entscheidungsträger durch Geld- und Sachzuwendungen bestochen haben. Vier Heilbronner Polizisten stehen in Verdacht, gegen Gefälligkeiten polizeiliche Informationen an den Unternehmer weitergeleitet zu haben.

Die Staatsanwaltschaft geht nach eigenen Angaben von 18 Tatverdächtigen aus. Ihnen werden Bestechung und Bestechlichkeit, wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Ausschreibungen, Verletzung von Dienstgeheimnissen sowie Untreue vorgeworfen.

Die Durchsuchungen fanden im Raum Heilbronn, in Bruchsal, Sinsheim, Öhringen und Mosbach sowie in Frankfurt am Main und in Gera statt. Betroffen waren Unternehmen, Behörden und Privatwohnungen.

Den vier Polizisten soll der Bauunternehmer kostenlos Baumaterialien und Fahrzeuge überlassen haben. Laut Staatsanwaltschaft hat er sie auch mit Einladungen zu Sportveranstaltungen und Messen sowie durch Verzehr- und Getränkegeschenke dazu gebracht, Informationen aus polizeilichen Dateien an ihn weiterzuleiten. Dabei sei es insbesondere um Geschwindigkeitskontrollen gegangen. Die Polizisten sollen auch Überprüfungen im privaten Umfeld des Firmenchefs durchgeführt haben.

Seit November 2010 ist der Mann im Visier der Behörden. Bei der Landespolizeidirektion Stuttgart wurde eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. Am Abend wollte die Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz in Heilbronn über die Ergebnisse der Razzia unterrichten.

dapd

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