Regierung und Verband erwarten Bankenbeteiligung in voller Höhe
16. September 2011 | 17:50 UhrBerlin (dapd). Die Bundesregierung und der Bundesverband deutscher Banken haben einen Bericht über eine geringere Beteiligung privater Banken und Versicherungen an der Rettung Griechenlands zurückgewiesen. Der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Michael Kemmer, sagte am Freitag, dass der vereinbarte Barwertverlust von 21 Prozent bei griechischen Staatsanleihen weiterhin gelte. Ähnlich äußerte sich auch ein Sprecher des Finanzministeriums.
Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor unter Berufung auf Berechnungen der Grünen berichtet, dass die Kreditinstitute letztlich nur einen Wertverlust von 8,3 Prozent schultern müssten anstatt der vorgesehenen 21 Prozent.
Hintergrund ist demnach, dass die Besitzer griechischer Anleihen diese in neue, maximal 30 Jahre laufende und niedriger verzinste Papiere umtauschen können. Weil die Kurse europäisch gesicherter Anleihen, etwa des Euro-Rettungsschirmes EFSF, seit Mitte Juli deutlich gestiegen seien, erhielten die Banken im Austausch für ihre alten Papiere Anleihen, die deutlich mehr wert seien als ursprünglich gedacht.
Kemmer sagte nun, das vom Internationalen Bankenverband entworfene Tauschangebot "stellt ausdrücklich klar, dass die Zinsen für neue griechische Bonds bis zum endgültigen Tauschangebot angepasst werden".
Auch der Ministeriumssprecher sagte, die genaue Ausgestaltung werde zum Zeitpunkt des Umtauschs der Anleihen von den Vertragsparteien und den Privatinvestoren "vor dem Hintergrund der dann gelten Marktbedingungen" festgelegt.
dapd.djn/rad/pon
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