Metro-Chef kämpft um seinen Posten — Von Erich Reimann –
16. September 2011 | 14:30 UhrDüsseldorf (dapd). Seit Wochen wird über einen Führungswechsel bei Deutschlands größtem Handelskonzern Metro spekuliert: Doch Firmenchef Eckhard Cordes kämpft um seinen Posten. "Ich habe einen Vertrag, der bis zum 31. Oktober 2012 läuft, und diesen Vertrag möchte ich auf jeden Fall erfüllen", sagte der Manager dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe).
Auch für eine Vertragsverlängerung steht er offenbar zur Verfügung. Die angestoßenen Veränderungen bei der Metro seien noch nicht abgeschlossen, und er fühle sich in der Verpflichtung, diesen Wandel weiter zu gestalten, sagte der Vorstandsvorsitzende.
Ausdrücklich widersprach Cordes in dem Interview dem Eindruck, er habe den Rückhalt der Metro-Mehrheitseigentümer - der Familien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck - verloren. "Ich empfange viel Zuspruch gerade auch von den Eigentümerfamilien", sagte er. Die Familie Schmidt-Ruthenbeck stehe hinter ihm. Und er habe den Eindruck, dass er auch auf die Unterstützung des Haniel-Aufsichtsratsvorsitzenden Franz Markus Haniel vertrauen könne.
Der 60-jährige Cordes ist in einer ungewohnten Situation. Seit seinem Amtsantritt als Metro-Chef im Jahr 2007 hat er mit dem von ihm vorangetriebenen Effizienzsteigerungssprogramm "Shape 2012" rund 19.000 Arbeitsplätze im Konzern abgebaut. Doch jetzt muss er selbst um seine Stelle bangen.
Zwtl.: Cordes räumt Fehler ein
Sein harter Sanierungskurs sorgte vor allem im Arbeitnehmerlager des Aufsichtsrats für Unmut. Doch auch bei den Metro-Eigentümern ist er nicht mehr unumstritten. Denn seit Cordes-Amtsantritt halbierte sich der Wert der Metro-Aktie. In den vergangenen Tagen war aus Haniel-Kreisen immer wieder zu hören, der Manager könne nicht mehr auf den Rückhalt der Familie bauen.
Der als knallharter Sanierer bekannte frühere Daimler-Benz-Manager agierte in Düsseldorf zuletzt ohne Fortune. Der angekündigte Verkauf der Konzerntöchter Kaufhof und Real kam nicht voran. Und zuletzt geriet auch die lange Zeit erfolgsverwöhnte Elektroniksparte Media-Saturn ins Trudeln und schrieb im zweiten Quartal sogar rote Zahlen.
Im Interview räumte Cordes Fehler ein. Er habe den Verkauf von Kaufhof zu voreilig angekündigt. Und er habe unterschätzt, wie groß der Kulturwandel sei, den er im Unternehmen angestoßen habe. "Wir haben die Metro vom Kopf auf die Füße gestellt", sagte er. "Damit habe ich mir natürlich nicht nur Freunde gemacht."
Dennoch zieht der Manager insgesamt eine positive Bilanz: "Wir hatten 2010 das beste Jahr unserer Geschichte, und wir werden 2011 dieses Ergebnis noch einmal übertreffen." Er fühle sich fit und wolle die Erneuerung der Metro weiterführen, sagte der Manager. Doch liege die Entscheidung beim Aufsichtsrat und den großen Mehrheitseigentümern. "Ich bleibe, wenn eine Mehrheit dies wünscht, und ich gehe, wenn eine Mehrheit dies wünscht", betonte Cordes.
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dapd.djn/re/mwa
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