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Öl-Produktionsstopp in Libyen lässt Preis explodieren

24. Februar 2011 | 12:45 Uhr

London/Hamburg (dapd). Nachdem die libysche Ölproduktion zu großen Teilen gestoppt worden ist, sind die Preise für Öl und Benzin rasant weiter gestiegen. In Deutschland kostete Superbenzin in vielen Regionen am Donnerstag bereits 1,53 Euro, Diesel kam auf 1,43 Euro pro Liter, jeweils drei Cent mehr als am Vortag. Der letzte verfügbare Durchschnittspreis der Mineralölindustrie vom Mittwochabend lag bei 1,51 Euro für Super und 1,41 für Diesel.

Ein Barrel (159 Liter) der für Europa wichtigsten Öl-Sorte Brent notierte in London am Donnerstag bei fast 117 Dollar, rund 5,80 Dollar mehr als am Tag zuvor. An der New Yorker Terminbörse stieg der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 3,55 Dollar auf 101,65 Dollar. Damit lagen die Preise so hoch wie seit September 2008 nicht mehr. Innerhalb einer Woche wurde Öl um 20 Prozent teurer.

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Viele internationale Ölkonzerne haben ihr Personal aus Libyen abgezogen und die Förderung eingestellt. Die Energiekonzerne Eni und Repsol hatten am Dienstag ihre Quellen geschlossen, die deutsche BASF-Tochter Wintershall kurz danach, auch die französische Total dreht den Hahn zu. Die italienische Eni ist mit 244.000 Barrel für ein Viertel der libyschen Ölexporte zuständig, Wintershall kommt auf 100.000 Barrel pro Tag, Total auf 55.000.

Libyen ist einer der größten Erdölproduzenten der Welt und hat mit 5,7 Milliarden Tonnen die größten Reserven in Afrika. Libysches Öl gilt als sehr hochwertig, viel davon wird nach Europa exportiert. Libyen ist der fünftwichtigste Lieferant von Rohöl für Deutschland. 2010 flossen 6,6 Millionen Tonnen von dort in die Bundesrepublik. Größter Lieferant war Russland mit über 35 Millionen Tonnen.

Händler begründeten den drastischen Anstieg auch mit der Sorge, die Proteste könnten auf weitere wichtige Öl-Lieferanten im Nahen Osten übergreifen. Allerdings bestehe selbst bei einem Totalausfall Libyens nicht die Gefahr von Lieferengpässen. Der größte Produzent der Region, Saudi-Arabien, hat nach eigenen Angaben noch große freie Förderreserven und könnte jederzeit mehr Öl pumpen.

dapd.djn/600/ti/mwa

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