Aigner hält am Mindesthaltbarkeitsdatum fest
18. Oktober 2011 | 19:35 Uhr
Foto: dapd
Berlin (dapd). Am Mindesthaltbarkeitsdatum auf Lebensmitteln wird nicht gerüttelt. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) plane weder die Abschaffung noch eine Änderung, erklärte ihr Sprecher Holger Eichele am Dienstag in Berlin. Aigner lässt derzeit untersuchen, warum jedes Jahr in Deutschland bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll landen.
Am Mittwoch wird sich der Ernährungsausschuss des Bundestages auf Antrag von Union und FDP mit dem Thema befassen. Sollte eine Ursache für das häufige Wegwerfen von Lebensmitteln in dem Mindesthaltbarkeitsdatum liegen, könne eine Umbenennung die Verschwendung verringern, sagte der Vorsitzende des Ernährungsausschusses, Hans-Michael Goldmann (FDP), der "Saarbrücker Zeitung" vom Dienstag. Er verwies auf den englischen Verzehr-Hinweis "best before ...", was so viel bedeutet wie "am besten vor dem ...".
Eichele erklärte, das Mindesthaltbarkeitsdatum sei "eine große verbraucherpolitische Errungenschaft, da es über die Frische eines Produkts informiert". Das Verbraucherministerium sehe jedoch Aufklärungsbedarf bei den Herstellern, beim Handel und bei den Verbrauchern zum richtigen Umgang mit diesem Datum. Der Ablauf werde von den Verbrauchern oft so verstanden, dass ein Lebensmittel nicht mehr genießbar und daher wegzuwerfen ist.
"Dies ist jedoch eine Fehlinterpretation", erklärte Eichele. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum, sondern eine Gütegarantie. Es sei das Datum, bis zu dem das betroffene Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen - beispielsweise ausreichend gekühlt - seine Eigenschaften behält. "Auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums kann ein Lebensmittel also durchaus noch tagelang zum Verzehr geeignet sein", erklärte der Sprecher.
Im Gegensatz dazu gelte das Verbrauchsdatum für mikrobiologisch leicht verderbliche Lebensmittel wie zum Beispiel Hackfleisch. "Nach Ablaufs dieses Datums darf das Lebensmittel aus Gründen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes nicht mehr in den Verkehr gebracht werden", sagte Eichele.
Der Ernährungsausschuss berät am Mittwoch auf Antrag der Koalitionsfraktionen über einen Bericht der Bundesregierung zu geplanten Initiativen des Verbraucherministeriums zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen und zu Möglichkeiten, den Begriff des Mindesthaltbarkeitsdatums zu ersetzen.
dapd
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