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Heiße Party trotz heißer Diskussionen

27. Mai 2012 | 4:05 Uhr

Foto: dapd

Hamburg (dapd). Ein mitreißender Wettbewerb und heißbegehrte Stargäste haben die Grand-Prix-Fans am Samstagabend zum Fanfest auf der Hamburger Reeperbahn gelockt. Viele sind auch gekommen, um dem deutschen Kandidaten Roman Lob zuzujubeln. "Der ist niedlich und sein Lied finde ich auch richtig gut", sagt die 27-jährige Hamburgerin Sabrina Peter, eine von rund 5.000 feiernden Fans auf dem Spielbudenplatz in St. Pauli. Extra für ihren Favoriten hat sie sich eine Deutschlandfahne als Top umgebunden.

"Es macht einfach Spaß hier zu sein, weil alle mit jedem Land mitfeiern", sagt die 24-jährige Larissa Platunow aus Lübeck. Sie und ihre Freunde unterstützen Buranowski Babuschki, die singenden Omas aus Russland. In diesem Jahr sind viele Balladen dabei, die Russen stechen heraus. "Gerade die skurrilen Auftritte sind doch das tolle am Eurovision Song Contest. Die sorgen hier richtig für Stimmung", findet die gebürtige Kasachin. Sie freut sich aber für jedes Land, das gewinnt.

Trotz der Kritik am diesjährigen Austragungsland Aserbaidschan feiern die Grand-Prix-Fans eine unbeschwerte Party. Die Diskussion um Pressefreiheit und mangelnde Menschenrechte in Aserbaidschan wird aber nicht ausgeblendet. "Es ist gut, dass die Veranstaltung genutzt wird, um auf die politische Lage in Aserbaidschan aufmerksam zu machen", findet der 30-jährige Jörn Treskow. Er ist mit seinem Partner Manuel Müller extra aus Stuttgart angereist. Der 23-Jährige hat den ESC im vergangenen Jahr in Düsseldorf live miterlebt. In diesem Jahr wäre er gern in Baku wieder hautnah dabei gewesen. "Als ich aus den Medien von der politischen Lage erfahren habe, war für mich klar, dass ich lieber nach Hamburg komme", sagt er. Die beiden sind echte Grand-Prix-Fans und mehr an dem Wettbewerb insgesamt interessiert, als daran wie Deutschland abschneidet.

Viele Besucher sind gar nicht wegen der Musik der ECS-Kandidaten zum Fanfest auf der Reeperbahn gekommen, so auch Jan Kristinus und seine Freunde. Der 39-jährige Frankfurter wollte die Auftritte von Udo Lindenberg, Jan Delay, Tim Bendzko, Mia und Unheilig sehen.

Im Anschluss an die Auftritte der Kandidaten verkündet Anke Engelke, welche Sänger aus Deutschland wie viele Punkte erhalten. Die Höchstwertung geht an den späteren Sieger Schweden. Nach dem Wettbewerb geht die "Grand Prix Party" (00.15) mit Peter Maffay, Aura Dione, Silbermond, Oceana, Schmidt und den Wise Guys live im Ersten weiter.

Annika Seiler, 17-jährige Schülerin aus Norderstedt steht mit ihren Freundinnen in der Schlange und hofft auf einen Platz in der ersten Reihe, um für Roman Lob zu jubeln. Der Rest der Truppe ist schon früh angereist, um einen Platz zu reservieren.

dapd

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