. .

Neue MDR-Intendantin Karola Wille seit 100 Tagen im Amt

7. Februar 2012 | 18:20 Uhr

Foto: dapd

Leipzig (dapd-lsc). Am 1. November vergangenen Jahres trat sie ihr Amt an, einen Tag später stellte sie ihr Programm für die ersten 100 Tage der Presse vor. Diese 100 Tage sind am Mittwoch (8. Februar) herum und Karola Wille, Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks, kann tatsächlich mit ersten Erfolgen aufwarten.

Wille versprach bei ihrem Amtsantritt unter anderem, für eine schnelle und transparente Aufklärung aller Affären zu sorgen, die den MDR belasten. Dazu richtete sie eine Stabsstelle ein, die auf der Grundlage eines von einer externen Untersuchungskommission vorgelegten Berichts tätig werden sollte, der Versäumnisse und Probleme aus der Vergangenheit auflistete.

Und die Intendantin hielt offenbar Wort. Der Verwaltungsrat des Senders lobte Wille Ende Januar. Der Bericht der Intendantin spiegele die intensive und umfangreiche Aufarbeitung der Vorfälle beim Kinderkanal ebenso wie die Umsetzung zahlreicher Maßnahmen wider, um solche Vorfälle für die Zukunft soweit irgend möglich auszuschließen, erklärte der Verwaltungsratsvorsitzende Gerd Schuchardt. So seien eine Häufung von Funktionen in der Ki.Ka-Herstellungsleitung beseitigt und neue Stellen für den Einkauf und das Controlling geschaffen worden.

Mehr zum Thema:

Auch in der Affäre um den früheren Fernseh-Unterhaltungschef Udo Foht hatte Wille offenbar ein glückliches Händchen. Foht, dem dubiose Geldgeschäfte mit Produktionspartnern vorgeworfen werden, hatte sich gegen seine Kündigung gewehrt und war vors Arbeitsgericht gezogen. War ein Gütetermin im Oktober noch gescheitert, so wurde im Januar ein Vergleich geschlossen: Vor dem Arbeitsgericht Leipzig erklärten sich der Sender und Foht damit einverstanden, dass sein Arbeitsverhältnis zum 31. Dezember 2011 rückwirkend beendet wird. Der MDR verpflichtete sich, Foht ein "wohlwollendes und qualifiziertes" Arbeitszeugnis auszustellen.

Bei ihrem Amtsantritt hatte Wille auch angekündigt, das Programm des MDR vor allem für jüngere Zielgruppen attraktiver machen zu wollen. Dazu gehörten auch "neue Verpackungen, neue Gesichter und eine neue Ansprechhaltung", erklärte die Intendantin. In welchen Bereichen diese Forderung auch personelle Konsequenzen haben werde, ließ sie zunächst offen. Seit dem 1. Februar wissen die Zuschauer zumindest ein bisschen mehr: An diesem Tag präsentierte die 44-jährige Madeleine Wehle erstmals die älteste Unterhaltungssendung des deutschen Fernsehens, "Außenseiter - Spitzenreiter". Zuvor hatte der jetzt 78 Jahre alte Hans-Joachim Wolfram die Sendung fast 40 Jahre lang moderiert. Ob es weitere Um- oder Neubesetzungen geben wird, bleibt abzuwarten.

Hatte Wille ihren ersten Arbeitstag genutzt, um sich bei den MDR-Mitarbeitern vorzustellen, und war erst am zweiten Tag nach ihrer Amtsübernahme vor die Presse gegangen, so bleibt sie sich auch nach 100 Tagen im Amt treu: Zunächst werden die Gremien über die bislang geleistete Arbeit informiert, dann die Medien. Und so muss die Öffentlichkeit noch bis Ende des Monats warten, bis sie eine erste Bilanz der MDR-Intendantin hören wird. Der Rundfunkrat des MDR tritt nämlich erst am 27. Februar zu seiner ersten Sitzung seit Willes Amtsantritt zusammen. Und dessen Information durch die Intendantin geht vor.

dapd

Abgelegt unter: · ·
  • Mit dem „Facebook-Button“ können Sie den Artikel direkt an Ihre Facebook-Freunde posten.
  • Via Twitter veröffentlichen
  • In Google Bookmarks speichern
  • Per E-Mail weiterleiten
  • Artikel drucken
Zum Seitenanfang