Mit Vollgas durch den Berliner Tiergarten
27. November 2010 | 16:20 Uhr
Foto: dapd
Berlin (dapd). So zügeln muss er sich selten: Für gewöhnlich rast der frisch gebackene Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel mit mehr als 250 Stundenkilometern über die Rennstrecke. Bei seiner Ehrenrunde vor dem Brandenburger Tor am Samstag aber galt auch für ihn die Straßenverkehrsordnung. Zumindest, was das Tempo anging, denn mehr als Tempo 50 war nicht erlaubt.
Den bei Minusgraden auf der Fanmeile ausharrenden Fans wurde trotz Tempolimits einiges geboten: Mit quietschenden Reifen und ohrenbetäubendem Motorenlärm brauste der mit 23 Jahren jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte auf der auf mehreren hundert Metern zur Rennstrecke umgebauten Straße des 17. Juni an ihnen vorbei - dank Sondergenehmigung mit spiegelglatten Sommerreifen.
Heizdecken wärmten 750-PS-Motor vor
Doch bevor Vettel Vollgas geben konnte, musste sein auf den Namen "Randy Mandy" getaufter Rennwagen RB6 erst einmal auf Betriebstemperatur vorgewärmt werden. Erst in allerletzter Minute wurden die Heizdecken von dem 750 PS starken Motor genommen. Dann startete Vettel durch und ließ sprichwörtlich Gummi auf der Fanmeile liegen.
"In den letzten zwei Wochen sind viele Träume wahr geworden", sagte Vettel vor Journalisten. Mit der Ehrenrunde vor dem Brandenburger Tor erfülle sich nun ein weiterer Traum. Von der Siegessäule auf das Brandenburger Tor zuzufahren, sei "kein schlechtes Gefühl", schwärmte der Heppenheimer nach der ersten von zwei actionreichen Showeinlagen, in denen er die Reifen qualmen ließ und die Straße mit kreisrunden Bremsspuren markierte.
Veranstalter zählte 85.000 Fans
Vettel präsentierte sich seinen Fans wie gewohnt gut gelaunt. Er verteilte stapelweise Autogrammkarten und klatschte an der Rennstrecke postierte Motorsportfreunde ab. Nach Angaben des Veranstalters waren 85.000 Zuschauer zum Brandenburger Tor gekommen. Für Stimmung sorgte auch Smudo von den Fantastischen Vier, der in einem mit Biodiesel betankten Rennwagen über die Fanmeile düste, sowie Stuntmotorrad-Weltmeister Chris Pfeiffer.
Am Rande seiner Ehrenrunde sorgte Vettel, der mit 17 Jahren den Führerschein machte, für eine Überraschung. So zeigte sich, dass auch Formel-1-Champions beim Thema Auto noch etwas dazu lernen können. Die Faustformel für den Bremsweg hatte Vettel auf Nachfrage jedenfalls nicht parat.
dapd
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