„Verschlossene Auster“ 2010 geht an Deutsche Bischofskonferenz
10. Juli 2010 | 21:15 Uhr
Foto: dapd
Hamburg (ddp). Der Kritik-Preis der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche, die „Verschlossene Auster“, geht an die Katholische Kirche für ihren Umgang mit dem Missbrauchsskandal. Das teilte die Vereinigung am Samstag in Hamburg mit. „Die deutschen Bischöfe geben bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nur die Tatsachen zu, die sich nicht mehr leugnen lassen. Die katholische Kirche respektiert den Anspruch der Öffentlichkeit auf frühzeitige und vollständige Information nicht und widerspricht damit ihren eigenen Werte-Postulaten nach Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit“, sagte Thomas Leif, Vorsitzender von Netzwerk Recherche.
Die katholische Kirche habe trotz vieler Medienberichte nur selten Bereitschaft zur Aufklärung gezeigt und stattdessen recherchierende Journalisten behindert, auch mit rechtlichen Mitteln wie Abmahnungen und Unterlassungserklärungen.
Der Kritik-Preis wird dem „Informationsblockierer des Jahres“ verliehen. Er steht für mangelnde Offenheit und Behinderung der Pressefreiheit. Die Preisträger erhalten eine Skulptur des Marburger Künstlers Ulrich Behner aus reinem Schiefer.
Preisträger der vergangenen Jahre waren der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD), der Lebensmittelkonzern Aldi, die HypoVereinsbank (stellvertretend für die DAX-Unternehmen), der damalige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, der damalige Chef der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, der damalige russische Präsident Wladimir Putin, das Internationale Olympische Komitee und 2009 der Bundesverband deutscher Banken.
ddp
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