Ramsauer berät mit Experten über Luftverkehr-Chaos
23. April 2010 | 14:15 Uhr
Foto: dapd
Berlin (ddp). Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will mit einer Expertenrunde über Konsequenzen aus dem tagelangen Flugverbot wegen der Vulkanasche aus Island beraten. Zu dem Treffen am Dienstag sind unter anderen Vertreter von Triebwerksherstellern, Fluggesellschaften, EU-Kommission und Deutscher Flugsicherung geladen, wie ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin ankündigte.
Das Verkehrsministerium dringt auf einen europa- und weltweit verbindlichen Grenzwert für Vulkanasche im Luftraum. Die Arbeitsrunde am Dienstag soll nach den Worten des Sprechers einen wichtigen Beitrag zur Festsetzung europäischer Grenzwerte liefern, die es bislang noch nicht gibt. Zunächst würden Standards für die technische Analyse der Wirkung von Vulkanasche auf Flugzeuge und Triebwerke benötigt.
In Großbritannien ist man bereits einen Schritt weiter. Die britische Luftfahrtbehörde Civil Aviation Authority (CAA) einigte sich bereits am Dienstagabend mit den Herstellern von Flugzeugtriebwerken auf einen Grenzwert, der seit Mittwoch in Großbritannien und Irland gültig ist. Nach den neuen Kriterien wäre die rund fünftägige Sperrung fast des gesamten europäischen Luftraums überflüssig gewesen, wie der Berliner „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe) berichtet.
Ein CAA-Sprecher sagte der Zeitung, der neue Grenzwert von zwei Mikrogramm Vulkanasche pro Kubikmeter Luft sei „sehr konservativ“ bemessen und liege weit unter der Aschekonzentration, die 1982 nach einem Vulkanausbruch in Indonesien alle vier Triebwerke eines Jumbojets ausfallen ließ. Die CAA gehe davon aus, dass der Grenzwert kurzfristig von den anderen europäischen Staaten übernommen und zukünftig zum globalen Standard werde.
(ddp)
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