Restaurierte Statue aus Pergamonmuseum in Magdeburg zu sehen
24. Juli 2012 | 21:45 Uhr
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Magdeburg (dapd-lsa). Eine restaurierte Kaiserstatue aus dem Berliner Pergamonmuseum wird seit Dienstag im Magdeburger Kulturhistorischen Museum präsentiert. Die zwei Meter hohe und 2,5 Tonnen schwere Leihgabe ist eines der Exponate der in vier Wochen beginnenden Landesausstellung "Otto der Große und das Römische Reich.
Kaisertum von der Antike zum Mittelalter". Museumsdirektor Matthias Puhle sprach am Dienstag bei der Enthüllung der Statue von einem "ersten Höhepunkt vor der Schau" und einer Sensation, dass sie in Magdeburg gezeigt werden könne.
Die Marmorstatue zeigt vermutlich den römischen Kaiser Claudius aus dem 1. Jahrhundert mit neuzeitlich aufgesetztem Kopf des Kaisers Trajan aus dem frühen 2. Jahrhundert. Der Direktor der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, Andreas Scholl, sagte, der Kopf sei in Rom vermutlich neu aufgesetzt worden, um den Marktwert der Statue zu erhöhen. König Friedrich Wilhelm II. von Preußen hatte die Statue 1790 in Rom erworben und im Vestibül von Schloss Sanssouci in Potsdam aufstellen lassen.
Scholl, sagte, die Statue aus dem Milet-Saal zähle zum Kernbestand der Berliner Sammlung und sei seit 1930 mit Unterbrechungen dauerhaft ausgestellt. Sie sei aber in einem desaströsen Zustand gewesen. Durch Luftfeuchtigkeit seien die Eisendübel gerostet, sodass Haarrisse die Statik der Figur gefährdeten. Zudem sei die Skulptur verschmutzt und dadurch schwärzlich verfärbt gewesen. Zuletzt sei sie vor mehr als 120 Jahren restauriert worden.
Scholl sagte, die Restaurierung sei sehr aufwendig gewesen, drei Restauratoren hätten fast fünf Monate lang daran gearbeitet. Die Kosten beliefen sich seinen Angaben zufolge auf rund 50.000 Euro. Die Eisendübel, die die aus Fragmenten bestehende Statue zusammenhalten, seien nun durch Edelstahl ersetzt worden. Die Figur musste für die Restaurierung in Berlin in Einzelteile zerlegt, gereinigt und ergänzt werden.
Bis 12. August können Museumsbesucher in Magdeburg die Statue im Foyer des Hauses bewundern. Dann schließt das Haus für den Aufbau der Landesausstellung, die vom 27. August bis 9. Dezember zu sehen ist. Puhle sagte, die Statue sei nicht nur Blickfang für die Besucher, sondern bilde auch den thematischen Einstieg in die erste Ausstellungsabteilung "Augustus und die Anfänge des Kaisertums in der Antike".
Nach der Ausstellung soll die Statue wieder in Berlin präsentiert werden, dann auf neuem Sockel. Denn erst bei der Restaurierung habe man festgestellt, warum die Platte in Berlin falsch herum gelegen habe, sagte Scholl. Ein Bombensplitter habe darin gesteckt, sodass sie aus statischen Gründen so aufgestellt worden sei.
dapd
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