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SWR stellt Weichen für Fusion von zwei Orchestern

29. Juni 2012 | 15:55 Uhr

Foto: dapd

Stuttgart (dapd). Eine Fusion der Orchester des Südwestrundfunks (SWR) wird immer wahrscheinlicher. Der SWR-Rundfunkrat stimmte am Freitag mit großer Mehrheit einer Vorlage des Intendanten Peter Boudgoust zu, die eine Fusion des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg "als die realistischste Zukunftsoption" vorsieht. Für das Papier votierten 30 Mitglieder, dagegen 10. Ein Mitglied des Gremiums enthielt sich.

In einer Ergänzung der Vorlage wurde festgelegt, dass der Intendant bei der Sitzung des Rundfunkrats im September über mögliche Alternativen berichten muss. Sollte die Erarbeitung dieses Alternativmodells nicht gelingen, gelte die Fusion als beschlossen.

SWR-Intendant Peter Boudgoust will aus Kostengründen die beiden namhaften Orchester zusammenlegen. Bis 2020 muss der Südwestrundfunk 166 Millionen Euro einsparen. Das Budget des Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg und des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart inklusive der Personalkosten liegt dem SWR zufolge derzeit bei zusammen 20 Millionen Euro jährlich. Künftig sollen fünf Millionen Euro weniger ausgegeben werden.

Intendant Boudgoust betonte, dass das Modell eines großen fusionierten Orchesters die größten Zukunftschancen für die beiden SWR-Orchester in Baden-Württemberg biete und gleichzeitig die beschlossene Einsparquote erbringe. Frühestens umgesetzt werden könne die Fusion 2016.

Namhafte Musiker für Erhalt der Orchester

Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) warb im Rundfunkrat dafür, alle Varianten bis hin zur Trägerstruktur zu prüfen, um dem kulturpolitischen Auftrag weiterhin gerecht zu werden. Auch sollten die betroffenen Städte noch mal gehört werden, "bevor wir diesen radikalen Schritt machen".

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) hatte den Südwestrundfunk aufgefordert, im Zusammenhang mit der geplanten Fusion der beiden Orchester des Senders "keine vorschnellen Entscheidungen" zu treffen. Ansonsten drohe ein "immenser kulturpolitischer Schaden".

Rund 27.000 Musikfreunde haben bislang mit ihrer Unterschrift gegen die Zusammenlegung der beiden SWR-Orchester protestiert. Die Online-Petition gegen die Sparpläne des Südwestrundfunks vereint viele bekannte Namen wie die Pianistin Martha Argerich, den Sänger Thomas Quasthoff, den Dirigenten Mariss Jansons, die Bratschistin Tabea Zimmermann und den Violonisten Rainer Kussmaul.

dapd

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