Bauer: Grundausstattung der Hochschulen darf nicht schlechter werden
25. Juni 2012 | 8:55 Uhr
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Stuttgart (dapd-bwb). In der Debatte über die Sanierung des Landeshaushalts sieht Wissenschaftsministerin Theresia Bauer bei den Hochschulen angesichts dauerhaft hoher Studierendenzahlen nur begrenzt Möglichkeiten zum strukturellen Sparen. Wie die Grünen-Politikerin im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd sagte, prüft derzeit eine vom Ministerium eingerichtete Kommission, wo Beiträge zur Konsolidierung geleistet werden können. Dabei werde auch betrachtet, wo gegebenenfalls Aufgaben wegfallen könnten: "Auslastungsfragen spielen eine Rolle. Aber fast alle Hochschulen haben auf absehbare Zeit Überlasten zu bewältigen", schränkte sie ein.
Die Hochschulen wollen mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums ab 2013 mit dem Finanzministerium ihre künftige Grundausstattung neu verhandeln, da der sogenannte Solidarpakt Ende 2014 ausläuft. Andeutungen aus dem Finanzministerium, die Verhandlungen würden durchaus als wesentliche Sparmöglichkeit betrachtet, setzte Bauer entgegen: "Der Solidarpakt ist kein Sparinstrument, sondern soll Hochschulen durch eine auskömmliche Grundfinanzierung Handlungs- und Planungssicherheit geben, damit sie über eine längere Zeit verlässlich agieren können."
Sicherlich könnten mit einem solchen Pakt nicht alle Wünsche befriedigt werden. Doch seien die Grundlage der Verhandlungen Studierendenzahlen, Personal- und Bewirtschaftungskosten. "Und die Studierendenzahlen werden anhaltend auf hohem Niveau bleiben. Ich bin gespannt, was dazu als Vorschlag aus dem Finanzministerium kommt", sagte die Grünen-Politikerin. Es bestehe aber Einigkeit darüber, dass die Hochschulen Verlässlichkeit brauchten und dass ihre Grundausstattung nicht schlechter werden könne als heute.
Sparpotenzial erwartet Bauer etwa durch Veränderungen bei den pädagogischen Hochschulen als Reaktion auf die demografische Entwicklung. "Wir werden bei den pädagogischen Hochschulen sehr genau hinsehen, wie sich der Bedarf an Lehrern in den nächsten Jahren entwickelt und werden uns entsprechende Anpassungsmaßnahmen überlegen", sagte sie. Die sinkenden Schülerzahlen in Grund- und Werkrealschulen könnten nicht ohne Auswirkungen bleiben. "Entweder werden dann neue Aufgaben von den pädagogischen Hochschulen übernommen oder es werden weniger Lehrer ausgebildet", sagte sie.
Erhebliche Effizienzsteigerungen kann es aus Sicht der Ministerin auch bei Gebäuden und ihren Bewirtschaftungs- und Energiekosten geben. Hätten die Hochschulen die Bauherreneigenschaft und könnten selbst entscheiden, wo sie zum Energiesparen investieren wollen, würde sicherlich schneller und günstiger gebaut, sagte sie. Im Kunstbereich gehe es im Wesentlichen um die Frage, ob man durch bessere Organisation, beispielsweise gemeinsame Verwaltungsbereiche, effizienter werden könne.
dapd
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