Wievielmal Elite?
13. Juni 2012 | 10:25 Uhr
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Stuttgart (dapd-bwb). Für Baden-Württemberg steht viel auf dem Spiel: Am Freitag (15. Juni, 15.00 Uhr) fällt zum dritten und vorerst letzten Mal die Entscheidung im Exzellenzwettbewerb der Universitäten. Vier Elite-Universitäten hat das Land schon, so viel wie kein anderes. Diese müssen nun ihren Status verteidigen. Und eine weitere Universität - Tübingen - will den Titel ergattern.
Doch bewerben sich bundesweit neben den bisherigen neun Elite-Universitäten weitere sieben Hochschulen um die Exzellenzauszeichnung. Maximal zwölf Mal wird der Exzellenz-Titel bei dieser Runde insgesamt verliehen, darunter dürfen maximal fünf Neuanträge sein. In dem Fall müssten zwei bisherige Elite-Unis ihren Status verlieren.
Somit müssen alle baden-württembergischen Universitäten um den Erhalt ihrer bisher bewilligten Exzellenzprojekte kämpfen, die in drei Förderrichtlinien vergeben werden: Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und das Zukunftskonzept als Voraussetzung für den Elite-Status. Misslingt es einer Universität, ihre bewilligten Graduiertenschule und Exzellencluster zu verteidigen - die entscheidende Voraussetzung für die Bewilligung des "Zukunftskonzeptes" - ist der Elite-Titel futsch.
Dass Tübingen als fünfte baden-württembergische Universität den Einzug in den Olymp der Exzellenz schafft, glaubt man selbst in den betroffenen Universitäten kaum. Vielen scheint ausgemacht, dass dieses Mal auch regionalpolitische Überlegungen eine Rolle spielen werden: mit einem Zuschlag für eine ostdeutsche Universität, die TU Dresden, wird fest gerechnet.
Seit einiger Zeit wird deshalb über mögliche Wackelkandidaten im Südwesten spekuliert. So wurde zunächst der Verlängerungsantrag der Universität Freiburg von Experten als schwach beurteilt. Die Hochschule soll aber inzwischen massiv nachgearbeitet haben.
Die Uni Konstanz, ohnehin ein absoluter Überraschungsgewinner der Wettbewerbsrunde 2007, wird in diesem Zusammenhang ebenfalls genannt. Doch soll die Präsentation der Uni vor den externen Jury-Mitgliedern hervorragend gelaufen sein, wie Beobachter berichten. Über den Erfolg der Universität Tübingen bei der Präsentation gibt es widersprüchliche Aussagen.
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) gibt sich indes zuversichtlich. Sie beharrt aber darauf, dass die Exzellenzinitative unter Wettbewerbsbedingungen fortgeführt wird, damit Universitäten, die es dieses Mal nicht schaffen, ein anderes Mal die Chance bekommen. Vorschläge ihres bayerischen Amtskollegen Wolfgang Heubisch (FDP), doch allen neun Elite-Universitäten den Status dauerhaft zu belassen, lehnt sie ab. Bereits der Wissenschaftsrat hatte darauf verstimmt reagiert und erklärt, auf die bisherigen wissenschaftlichen Kriterien zu beharren.
Bei dieser Wettbewerbsrunde können sich in jedem Fall die Studenten künftige Vorteile erhoffen: Bei den Kriterien wachen die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die bei den Graduiertenschulen und Exzellenzclustern federführend ist, und der Wissenschaftsrat, zuständig für die Zukunftskonzepte, vor allem darauf, inwieweit sich die Vorhaben positiv oder negativ auf die Lehre ausgewirkt haben oder auswirken werden.
dapd
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