Chemische Industrie fürchtet zu viel Klimaschutz
20. März 2012 | 15:45 Uhr
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Stuttgart (dapd-bwb). Die Chemiebranche in Baden-Württemberg befürchtet durch zu hohe Strompreise und zu viel Klimaschutz eine Einschränkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Gerd Backes, Vorsitzender des Landesverbandes der Chemischen Industrie Baden-Württemberg, forderte am Dienstag in Stuttgart eine strategisch angelegte Industriepolitik. Die energieintensive chemische Industrie sei bereits jetzt durch staatliche Auflagen hoch belastet.
Auch der Netzausbau sowie der Bau von neuen Gas- und Kohlekraftwerken werde Milliarden verschlingen, sagte Backes. Diese Kosten müssten letztendlich vom Stromkunden und somit auch von der Industrie getragen werden. "Zentrale Aufgabe einer Zukunftsstrategie müsste aus unserer Sicht die wettbewerbsfähige Versorgung mit Energie sein", sagte Backes.
Kritisch gesehen wird insbesondere ein Landesklimaschutzgesetz, das die grün-rote Regierung verabschieden will. "Wir befürchten hier einmal mehr einen regionalen Sonderweg für Baden-Württemberg. Klimaschutz ist und bleibt aber ein globales Thema, das auch nur sinnvoll auf dieser Ebene gelöst werden kann", betonte der Verbandsvorsitzende.
Zusammen mit den hohen Rohstoffkosten dämpft die zudem als unsicher eingeschätzte Energieversorgung den Optimismus der Branche. Die Konjunktur werde in diesem Jahr nur leicht anziehen, gerechnet werde mit Umsatzzuwächsen von ein bis zwei Prozent, sagte Thomas Mayer, Hauptgeschäftsführer der Chemie-Verbände Baden-Württemberg. Motor ist dabei der Export: 41 Prozent der Unternehmen erwarten ein Plus im Auslandsgeschäft. Die Zahl der Beschäftigten bleibe weitgehend stabil oder steige leicht an, hieß es. 2011 ist der Jahresumsatz der chemischen Industrie Baden-Württembergs um 7,6 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro gestiegen.
dapd
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