Landesregierung gestaltet Neujahrsempfang im Jubiläumsjahr um
12. Januar 2012 | 14:45 Uhr
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Bad Mergentheim (dapd-bwb). 2012 ist für Baden-Württemberg ein besonderes Jahr. 60 Jahre ist es am 25. April her, dass sich die Länder Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Baden nach einer Volksabstimmung zum heute bestehenden Bundesland zusammenschlossen. Eine Gelegenheit, die die grün-rote Landesregierung zum Feiern nutzt. Auftakt für die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr ist am Samstag der Neujahrsempfang im Neuen Schloss, zu dem in diesem Jahr allerdings weniger Gäste als in den Vorjahren kommen.
Statt 2.000 geladenen Gästen werden diesmal etwa 800 Teilnehmer erwartet. Die Landesregierung habe sich bewusst entschieden, zukünftig insbesondere freiwillig und ehrenamtlich tätige Bürger einzuladen, sagte eine Sprecherin des Staatsministeriums. Ziel sei es, die Politik für Ideen von außen zu öffnen, begründete sie den Schritt.
Unter den Gästen sind in diesem Jahr auch 20 Bürger, die sich mit ihrer Baden-Württemberg-Geschichte in einem Wettbewerb durchgesetzt haben und ebenso wie das Bundesland in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag feiern. Einer von ihnen ist der Lehrer Albrecht Busch aus Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis). Die Ausschreibung habe er von einer Kollegin bekommen, er selbst hatte sie gar nicht entdeckt, sagt er.
Die Landesregierung hatte Menschen, die wie das Bundesland im Jahr 1952 das Licht der Welt erblickten, aufgerufen, ihre persönlichen Geschichten aus den vergangenen 60 Jahren einzuschicken. Busch erfuhr erst durch den Wettbewerb, dass er nur elf Tage älter als das Bundesland ist, in dem er seit knapp 60 Jahren lebt und arbeitet.
"Ich habe mehr aus Jux gedacht, dass ich mal ein paar Zeilen schreibe", berichtet der 59-Jährige. "Ich hatte nicht erwartet, beim Neujahrsempfang dabei zu sein, aber schön." Am Samstag nehmen er und seine Frau im prunkvollen Ambiente des Neuen Schlosses an dem Empfang teil. "So eine Gelegenheit bekommt man als Privatmann im Leben wohl nur einmal", sagt er. Besondere Erwartungen an das Event hat er allerdings nicht.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich angesichts der Einsendungen über die Verbundenheit der Menschen mit dem Land gefreut. "Ich bin sehr gespannt darauf, die Menschen hinter den schönen Geschichten auf dem Neujahrsempfang 2012 persönlich kennenzulernen", sagte er laut Mitteilung nach der Bekanntgabe der Preisträger. Angesichts von mehreren hundert Gästen glaubt Busch jedoch nicht, dass er den Regierungschef, den er sehr sympathisch findet, persönlich kennenlernen wird.
Busch kam im badischen Hardheim (Neckar-Odenwald-Kreis) zur Welt, das er in seinem Text mit einem Augenzwinkern als "Badisch-Sibirien" bezeichnet. Nach seinem Wehrdienst in Nordhessen zog es ihn nach Heidelberg zum Studium, bevor er als junger Lehrer nach Winnenden (Rems-Murr-Kreis) kam. Seit über 20 Jahren unterrichtet er inzwischen in Bad Mergentheim. Busch hat dadurch einige Landesteile kennengelernt - und ist in seiner Zeit in Winnenden auch Fan des württembergischen Trollingers und des Lembergers geworden.
Der heimische Wein spielt in mehreren Geschichten der Jubilare eine Rolle. Am Samstag beim Neujahrsempfang werden sie dann auch in den Genuss dieser Tropfen kommen: für die Veranstaltung sind ein badischer Müller-Thurgau und ein württembergischer Lemberger mit Trollinger vorgesehen. Zudem gibt es einen Bio-Sekt aus der Nähe von Stuttgart.
dapd
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