44 Schulen im Land sollen wieder das neunjährige Gymnasium anbieten
13. Dezember 2011 | 16:00 Uhr
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Stuttgart (dapd-bwb). In Baden-Württemberg soll es an 44 Schulen bald wieder das neunjährige Gymnasium geben. Darauf einigte sich der Koalitionsausschuss der grün-roten Landesregierung am Montagabend. Vorgesehen ist, dass es in jedem Stadt- und Landkreis eine Modellschule mit einem "G9"-Zug parallel zum achtjährigen Gymnasium gibt. Die Entscheidung stieß bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf Kritik.
Im kommenden Schuljahr sollen es den Plänen zufolge zunächst 22 Modellschulen geben, im darauf folgenden weitere 22. Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) betonte am Dienstag in Stuttgart, die Landesregierung halte aber grundsätzlich am achtjährigen Gymnasium fest und überarbeite den zugrunde liegenden Bildungsplan.
Laut der Kultusministerin werden im Endausbau 133 Lehrerdeputate für die parallelen G8- und G9-Züge gebraucht, was nach Rechnung des Finanzministeriums im Durchschnitt rund 7,3 Millionen Euro kostet. Die ab dem nächsten Schuljahr geplanten Gemeinschaftsschulen, die ebenfalls das neunjährige Gymnasium anbieten können, sind nicht in die 44 Schulen mit eingerechnet.
Ob das zusätzliche Jahr auf dem Weg zum Abitur in der Unter-, Mittel- oder Oberstufe angesetzt wird, muss nach Angaben der Kultusministerin nun in der Modellphase ermittelt werden. "Die Schulen sollen erproben, wo die Spreizung um ein Jahr erfolgen soll", sagte sie.
Die Kultusministerin betonte, dass ihr Haus die Voraussetzungen dafür schaffen werde, dass es gerecht zugehe. "Mir ist wichtig, dass gemessen an den Bedürfnissen der Schüler auch ein Angebot in deren Nähe zugegen ist", sagte sie. Bei der Ermittlung, wo ein G 9-Zug notwendig ist, seien die Schulleitungen gefordert.
Das parallele Angebot von G 8 und G 9-Abitur soll nach Vorstellung der Kultusministerin am Ende des neunjährigen Versuchs nicht mehr benötigt werden. "Meine Vorstellung ist, dass wir dann so viele gut funktionierende Gemeinschaftsschulen haben, dass wir dieses Modell nicht mehr brauchen", erläuterte die SPD-Politikerin.
GEW-Landeschefin Doro Moritz sagte der Nachrichtenagentur dapd, die Gewerkschaft habe die Einführung des achtjährigen Gymnasiums kritisiert, weil sie viel zu schnell gegangen sei. "Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass viele Schulen gut mit G 8 zurechtkommen", sagte sie.
Ein paralleles Angebot von G 8 und G 9 sei nicht nur pädagogisch unsinnig. "Vor allem braucht das G 9 mehr Lehrerstellen und wenn man diese nicht hat, muss man die wenigen, die man hat, sinnvoll einsetzen", betonte sie.
Die CDU-Fraktion forderte, der Modellversuch müsse mit seiner Qualität den höheren Zeitaufwand rechtfertigen, ansonsten drohe, dass die Absolventen des G9-Modellversuchs ein "Abitur zweiter Klasse" absolvierten. Darüber hinaus bedürfe es klarer Kriterien, nach denen Gymnasien sich an diesem Modellversuch beteiligen könnten.
dapd
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