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Gül-Besuch könnte Fokus auf Leistungen türkischer Mitbürger richten

19. September 2011 | 6:50 Uhr

Foto: dapd

Stuttgart (dapd). Nach Einschätzung der baden-württembergischen Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) könnte der Besuch des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül in Stuttgart das Bewusstsein für die Leistungen der türkischen Mitbürger nach dem Zweiten Weltkrieg schärfen.

"Der Besuch von Staatspräsident Gül steht unter der Überschrift '50 Jahre Anwerbeabkommen Deutschland - Türkei', das damals mit dem Ziel geschlossen wurde, türkische Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt zu gewinnen", sagte Öney im dapd-Interview.

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Gül besucht während seiner Deutschland-Reise bis zum Mittwoch auch Stuttgart. Baden-Württemberg ist laut Öney mit einem Migrantenanteil von 25 Prozent an der Gesamtbevölkerung das Flächenland mit dem höchsten Anteil in der Bundesrepublik. Die größte Gruppe sind Menschen mit türkischem Migrationshintergrund.

Ob der Besuch den Beitrittsverhandlungen zwischen Türkei und EU einen neuen Impuls verleiht, beurteilte Öney skeptisch. "Schwer zu sagen. Die Türkei wartet ja seit 1963 vor der Tür." Die EU-Begeisterung sei mit der Zeit geschwunden, nachdem die Türkei anders behandelt worden sei als andere Beitrittsländer.

Inzwischen orientiere sich die Türkei an anderen Partnern. "Aber mir ist eine Türkei, die sich an europäischen Werten orientiert, viel lieber. Deshalb befürworte ich den EU-Beitritt, vorausgesetzt natürlich, die Türkei erfüllt alle Voraussetzungen", sagte Öney.

dapd

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