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Lob für Alternativangebot

1. August 2011 | 15:25 Uhr

Foto: dapd

Tübingen/Stuttgart (dapd-bwb). Der Tübinger Oberbürgermeister und "Stuttgart 21"-Gegner Boris Palmer hält den Kompromissvorschlag von Schlichter Heiner Geißler für deutlich geeigneter als den bislang geplanten unterirdischen Durchgangsbahnhof. Im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd sagte der Grünen-Politiker: "Der Vorschlag ist aus Sicht des Eisenbahnverkehrs um Klassen besser als 'Stuttgart 21'". Die Kompromissversion sei außerdem "sicher deutlich billiger". Geißler hatte am Freitag zum Ende der Schlichtung überraschend eine Kombination aus Kopf- und Tiefbahnhof vorgeschlagen.

Der Vorschlag hat laut Palmer den entscheidenden Nachteil gegenüber einem modernisierten Kopfbahnhof (K 21), dass es damit nicht mehr den neuen Stadtteil auf 100 Hektar Fläche gebe. "Das heißt, es ist eine Entscheidung für die Eisenbahn und gegen die Vision des neuen Stadtteils in Stuttgart", sagte Palmer. Der viergleisige Tunnelbahnhof bringe jedoch eine deutliche Entlastung für den oberirdischen Kopfbahnhof.

Der Vorschlag sei zwar nicht seine "Wunschvorstellung", da er glaube, dass K 21 noch besser und noch billiger in der Umsetzung sei, resümierte Palmer, der in der Schlichtung für das Aktionsbündnis der Gegner gesprochen hatte. So würden auch manche Risiken bleiben, wie die Gefährdung der Mineralwasserquellen oder der Tunnelbau im Karstgestein.

"Das alles ist nicht ohne, aber wenn ich die Wahl habe zwischen einem Tunnelprojekt, bei dem der Eisenbahnverkehr nachher nicht funktioniert - und nach meiner Auffassung hat das SMA-Testat genau das bewiesen - und einem Bahnhofsprojekt, das sogar mehr Leistungen generiert als der heutige Bahnhof, dann weiß ich, wofür ich mich als Verkehrspolitiker entscheide. Dann nehme ich das bessere Bahnprojekt", sagte Palmer

Die Initiative für einen Fortgang der Gespräche muss aus Palmers Sicht jetzt von der Bahn und der grün-roten Landesregierung ausgehen. "Wenn daraus etwas werden soll, dann müsste die Landesregierung nach einer Prüfung zu dem Schluss kommen, dass es sich lohnt. Ob das so sein wird, weiß ich nicht", sagte Palmer. Geißler selbst habe nun nicht mehr viele Einflussmöglichkeiten. Der Schlichter habe mit seinem Coup "sozusagen auf die Eigendynamik der Ereignisse" gesetzt in dem Bewusstsein, dass er selbst nicht mehr viel dafür tun könne.

dapd

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