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Urlaub in Bulgarien – Mallorca im Osten

19. Juni 2012 | 15:02 Uhr

Schön voll – am Strand des Schwarzen Meeres (Foto: www.istockphoto.com/ecobo)

(pr). Bulgarien boomt. Vielleicht nicht in jeder Hinsicht, doch die Urlaubsorte am Schwarzen Meer wie Sonnenstrand oder Albena waren letzten Sommer praktisch ausgebucht. Um dermaßen erfolgreich zu sein, haben die Bulgaren ein einfaches Urlaubskonzept kopiert, das man bisher vorwiegend aus Spanien kannte: Sonne, Strand plus “Sex on the beach” – und dafür einiges in Kauf genommen.

Mehr als fünf Millionen Besucher aus fremden Ländern reisen an die Schwarzmeerküste, dazu kommen die einheimischen Gäste, die traditionell gerne im eigenen Land in der Sonne liegen – und trinken. Denn das ist mitunter das Geheimnis der großen Anziehungskraft: In den Bulgarischen Strandbars gibt es Alkohol zum Spottpreis zu kaufen. Ein Platikbecherchen eines fragwürdigen Whiskey-Mischgetränks kostet vielleicht einen Euro. Über die billigen Drinks freuen sich vor allem die Teenager, auch wenn ab und zu einer nach einer durchzechten Nacht im Krankenhaus wieder zu sich kommt.

Sonnenstrand – nomen est omen

Aushängeschild des Balkan-Billig-Tourismus ist der acht Kilometer lange Sonnenstrand in Bulgarien. Das Seebad Slantschew Brjag wurde unter seinem deutschen Namen “Sonnenstrand” beziehungsweise international als “Sunny Beach” wie der Ballermann auf Mallorca zu einem Synonym für Party, Drogen und Sex-Ferien.

Wie auch auf den Balearen oder an der spanischen Mittelmeerküste ist diese Art des Spaß-Tourismus zwar vorhanden, aber natürlich nur lokal begrenzt und hat mit dem eigentlichen Bulgarien genauso wenig zu tun wie das Oktoberfest mit dem Alltag der Bayern. Auch der vielgerühmte und vielgeschmähte Ballermann auf Mallorca sind im Grunde nur einige Straßenzüge in El Arenal.

Image ist (nicht) alles

Dennoch das Bad-Place-Image kommt an. Gerade die reiselustigen Deutschen haben Bulgarien für sich entdeckt. Die Buchungszahlungen sind seit 2009 rapide angestiegen – um bis zu 20 Prozent!

Doch Kritiker warnen davor, Bulgarien dürfe sich nicht darauf verlassen als Massen-Urlaubs-Beton-Dschungel erfolgreich zu sein. Is doch egal – was ankommt, gewinnt, entgegnen die Pragmatiker.

Es ist jedoch nicht gesichert, ob die Infrastruktur des Landes dem langfristig überhaupt standhalten kann. Ebenfalls ist es blauäugig zu glauben, dass eine europaweite Krise die Menschen dauerhaft an die bulgarischen Strände lockt. Steigen die Preise wird auch Sonnenstrand viel von seiner Anziehungskraft verlieren.

Abgesehen davon ist es natürlich schade den Bulgarien-Tourismus auf “das Eine” reduzieren zu wollen, kann man hier doch Wellness und Kultur erleben sowie fantastische Städte entdecken!

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