Triathlon EM Challenge Kraichgau 2012: Triumphe der Vorjahressieger
11. Juni 2012 | 14:16 UhrUbstadt-Weiher / Bad Schönborn (hbl). Neue Triathlon Mitteldistanz-Europameister der Challenge Serie sind Andreas Raelert und Julia Gajer. Das ist zunächst keine Überraschung, handelt es sich bei den beiden um die Vorjahressieger des Kraichgau Challenge Triathlons. Doch die Konkurrenz war wegen der Ausschreibung zur Europameisterschaft stärker als im Vorjahr, die Entscheidungen fielen erst auf der Laufstrecke.
Die Gegenden um den Hardtsee in Ubstadt-Weiher, wo sich die 1,9 Kilometer lange Schwimmstrecke befand und um Bad Schönborn, das Ziel der 90 Kilometer langen Rad- und der 21,1 Kilometer langen Laufstrecke, glichen wahren Bienenkörben des Ausdauerdreikampfes. Teilnehmer, Betreuer und Angehörige bevölkerten die Wechselzonen, Straßen und Zuschauerplätze, der Veranstalter spricht von insgesamt 50.000 Schaulustigen entlang der Strecken. Die Region zwischen Karlsruhe und Heidelberg stand an diesem Sonntag ganz im Zeichen des Triathlonsports. Neben mehreren Startgruppen der Mitteldistanz-EM, deren erste um 9 Uhr loslegte, gingen bis um 14:30 Uhr auch Staffeln und Teilnehmer der Kurzdistanz den Ausdauerdreikampf an.

Das Podium der Frauen (v.l.): Line Jensen (2.), Julia Gajer (1.) und Delphine Pelletier (3.).Foto. Kraichgau Challenge.
Der Fokus der Aufmerksamkeit lag auf der Europameisterschaft über die Mitteldistanz. Nach 23:18 Minuten kam als Erster der Ukrainer Victor Aloshyn aus dem Wasser, der jedoch im weiteren Verlauf des Rennens keine Rolle mehr spielte. Die Favoriten beendeten dicht hinter ihm das Schwimmen, nur Thomas Hellriegel stieg leicht verspätet – sichtbar etwas muffig ob des Rückstandes – auf sein Rad. Vorne bildete sich eine etwa dutzendstarke Führungsgruppe um Andreas Raelert, zu der Sebastian Kienle aufschließen konnte. Kurz vor dem Radziel setzten sich Konstantin Bachor (VfL Wolfsburg) und der Franzose Sylvain Sudrie ab. Bei Laufkilometer 5 hat Andreas Raelert den im französischen Nationalblau teilnehmenden Sudrie eingeholt, bei Kilometer 19 wurde der vorab nicht zum engeren Favoritenkreis zählende Franzose von Sebastian Kienle erreicht. Doch Sudrie war mit seiner Leistung bis dahin hochzufrieden: „My objective was the Top Five, I pushed hard on the bike course“, sagte er nach dem Rennen. Er beschleunigte ein letztes Mal, wurde Vize-Europameister und lies einem im Ziel tiefenttäuschten Kienle zurück. Der Bronzemedaillengewinner aus Karlsruhe (siehe Vorab-Interview mit Boulevard-Baden.de) zog sich nach dem Rennen mit seinem Ergebnis hadernd sofort zurück. Überglücklich dagegen Andreas Raelert, der souverän gewann, ohne allzu überlegen zu wirken: „Ich hatte die besten Beine“ sagte er im Ziel.
Bei den Frauen führte lange Zeit überraschend die Dänin Line Jensen, Vorjahressiegerin Julia Gajer beendete erst vier Minuten nach ihr das Radfahren, dazwischen schob sich noch die Neuseeländerin Gina Crawford. Doch die Vorjahressiegerin vom Ausdauerteam Süßen lief noch auf Jensen auf und überholte sie auf dem letzten Kilometer – Europameistertitel der Challenge-Serie für Julia Gajer mit nur 38 Sekunden Vorsprung. Dritte wurde mit weiteren zwei Minuten Rückstand auf Jensen die Französin Delphine Pelletier.
Aus Karlsruher Sicht erfreulich: Den Wettbewerb über die Kurzdistanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen) gewann Carolin Ingelmann vom SSC Karlsruhe, bei den Männern wurde der Durlacher Andrej Heilig Dritter.
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