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Karlsruher Olympia-Feinschliff in Duisburg auf der Wedau

29. Juli 2012 | 20:39 Uhr

Duisburg (bb). Für Silke Hörmann und Detlef Hofmann sind die Tage bis zu den Olympischen Spielen gezählt.
Die Kanuten fliegen traditionsgemäß erst spät zu den Spielen aber auch bei ihnen steigt langsam die
Anspannung. Derzeit holt sich die Flotte mit „Nostalgie Pinkstreifen“ den letzten Schliff auf der Wedau in
Duisburg.

Der Deutsche Kanuverband fliegt mit seiner Mannschaft am 3. August nach London, so lange trainiert Silke
Hörmann in der Trainingsgruppe um Olympiasieger Ronald Rauhe und Sprintweltmeister Jonas Ems. Nach
ihrem aufregegenden Qualifikationsprozedere kann sich Hörmann nun voll auf die 200 Meter konzentrieren.
Ihr Ziel für die Olympischen Spiele ist klar formuliert: „Wenn ich knapp über 40 Sekunden ins Ziel komme, bin
ich schon super zufrieden!“ Der Finaleinzug wäre für die 26-jährige Karlsruherin ihr bisher größter Erfolg.
Schon mit der Olympiateilnahme geht für die Sportsoldatin und Mediengestalterin ein Traum in Erfüllung. Auf
dem Dorney Lake wird sie im neu designten Boot der deutschen Olympiaflotte mit „Nostalgie Pinkstreifen“ an
den Start gehen. „Das Boot gefällt mir echt gut. Sieht schön freundlich aus. Und die Deutschland Farben an
der Spitze finde ich auch klasse!“

Über die Bootsfarben macht sich Detlef Hofmann keine Gedanken. Dafür hat er sich wieder einmal akribisch
mit seinem 1.000 Metervierer auseinandergesetzt. Nach dem 4. Platz bei der Europameisterschaft in Zagreb
und zwei nicht überzeugenden Auftritten bei den World Cups hat er das DKV-Flaggschiff nochmals in den
Positionen verändert.

Das Vorderschiff mit Schlagmann Marcus Groß und dahinter Norman Bröckl – einziger Athlet der schon im K4
in Peking Bronze holte – bleibt unverändert. Aber im Heck hat Hofmann nach Videoanalyse und Testfahrten
die Plätze getauscht. Auf Position drei und vier folgen jetzt der K2 Olympiasieger von Athen Tim Wieskötter
und Einerspezialist Max Hoff. „Das hat schon gleich was gebracht und die Jungs fühlen sich so ganz wohl
und Max kann auf Vier seine individuelle Fahrweise besser einbringen.“, bekräftigt Hofmann seine
Entscheidung.

Nichts zu ändern gab es bei den amtierenden Olympiasiegern Martin Hollstein und Andreas Ihle. Mit der
Vorbereitung des Zweiers ist Hofmann bisher zufrieden: „Die Jungs gefallen mir zur Zeit richtig gut, wenn wir
jetzt noch zum Wettkampf die nötige Spritzigkeit bekommen, könnte es mit der Medaille klappen!“
Zu einer Medaillenprognose möchte sich der routinierte Trainerfuchs nicht hinreißen lassen. „Letztes Jahr
dachte ich wir können dreimal Gold holen und dann wurde es mit viel Glück eine. Bei Max im Einer ist es
einfach so eng, da gibt es noch sechs „Verrückte“ die mit ihm auf einem Niveau paddeln, deshalb ist von
Gold bis Platz sieben eigentlich alles drin.“

Es wird bei den Entscheidungen wahrscheinlich nicht nur auf die Tagesform, sondern eventuell auch auf den
Wind ankommen. Hofmann hofft, dass wenn es Wind gibt, dass dieser nur von hinten in die Olympische
Regattastrecke einfällt, ansonsten befürchtet er Vorteile für die Bahnen in Tribünennähe.
Die Kanuten haben erst in der letzten Olympiawoche ihre Wettkämpf, dies sieht das Karlsruher Urgestein
eher positiv. Warum verrät er schmunzelnd: „Die Organisation kann aus eventuellen Fehlern in der ersten
Woche bei den Ruderern lernen. Auch in Peking hatte man zum Beispiel in der zweiten Woche das Algen- und
Transportproblem besser im Griff.“

Nervosität verspürt der Herren-Bundestrainer derzeit noch nicht. „Das kommt bei mir immer erst mit dem
Startschuss, denn dann schießt mir alles durch den Kopf was ich eventuell hätte noch besser machen
können“ – also frühestens am 6. August um 10.30 Uhr wenn der Vorlauf im Einerkajak der Herren über
1.000 Meter stattfindet.

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