Karlsruher Nikoläuse ruderten erfolgreich in Mainz
6. Dezember 2011 | 12:54 UhrKarlsruhe/Mainz (hbl). Der Karlsruher Rheinklub Alemannia, die Ruderriege des KIT und der Karlsruher Ruderverein Wiking hatten Ruderer und Ruderboote nach Mainz geschickt, um am “24. Nikolaus-Vierer“ der Mainzer Ruder-Gesellschaft von 1898 teilzunehmen. Die Regatta mit einer Streckenlänge von 4000 Metern inklusive einer Wende ist eine unter Ruderern im Südwesten Deutschlands beliebte Möglichkeit, mitten im Winter eine Regatta in dem Breitensport vorbehaltenen Gig-Booten zu fahren. Gerudert wird auf der „Wachsbleiche“, einem rheinhessischen Flussabschnitt an der Mainzer Stadtgrenze hinter der Rettbergsaue. 18 Vereine und 19 Renngemeinschaften nahmen teil, alles Doppelvierer mit Steuermann, bei nass-kalter Witterung und erheblichem Niedrigwasser.

Karlsruher Ruder-Nikoläuse in Mainz, auf der Abbildung das Boot, dessen Mannschaft sich aus KIT (grüne Trikots) und Karlsruher Rheinklub Alemannia zusammensetzte. Foto: KRA.
Karlsruhe/Nürtingen stellten schnellstes Mastersboot
In der Kategorie Masters-Männer fuhr das Karlsruher Alemannia / Nürtingen-Team mit Thomas Karcher, Christian Schuh, Martin Possel, Matthias Auer und Steuermann Sebastian Frohn in 16 Minuten zum Sieg. Später, bei schlechteren Wetterbedingungen ging das Team nochmals an den Start. Hier, im stark besetzten Feld der jüngeren Männer A/B kamen sie auf Platz 3 hinter Wiesbaden-Biebrich und der Mainzer Rudergesellschaft, die den Sieg mit 15:43 einfuhren. Einen weiteren Sieg erruderte sich das gut aufgestellte Karlsruher Alemannia-Team in der Kategorie Anfänger Frauen/Männer mit Christoph Flatten, Marko Hörter, Imke Vannahme, Rita Wittelsberger und Steuermann Wolfdietrich Jacobs in 18:07. Ann-Kathrin Mack, Julia Kaiser, Melanie Götz, Helena Weber und Steuermann Martin Possel im Rennen der Frauen A / B ruderten die Strecke in 19:39 – Platz 2 hinter der Renngemeinschaft aus Ingelheim / Offenbach. Ebenfalls stark besetzt waren die Masters-Männer mit der Renngemeinschaft Karlsruher Rheinklub Alemannia, Kitzinger RV und Karlsruher RV Wiking – Michael Hagelstein, Wolfdietrich Jacobs, Gerhard Hoffmann, Holger Depner und Steuerfrau Helena Weber. Sie erruderten sich mit 17:15 den 2. Platz hinter Limburg / Offenbach. Am Nachmittag wurde es dann windig, regnerisch und bei stärkerem Wellengang etwas ungemütlicher auf der „Wachsbleiche“. Im Masters-Männer G-Rennen erkämpften sich die Karlsruher Alemannen Dietmar Kup, Henning Möller, Gerhard Zilly, Klaus Lüder und Steuermann Sebastian Frohn in 19:03 Platz zwei – der RV Bad Ems siegte in einer hervorragenden Zeit von 17:54.
Zwei Siege für Sybille Roller vom KRV Wiking
Neben Holger Depner startete auf der Nikolausvierer-Regatta in Mainz auch Sybille Roller für den Karlsruher Ruderverein „Wiking“. Sie gewann mit ihren Renngemeinschaften den Masters Frauen/Männer Doppelvierer mit Steuermann Mixed und den Masters-Frauen Doppelvierer mit Steuermann jeweils in der Altersklasse C.
KIT-Ruderer sammelten erste Wettkampferfahrungen
Von der Breitensport-Rudergruppe des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) kamen ein Dutzend Ruderer nach Mainz. Zwei Doppelvierer mit Steuermann bzw. -frau starteten im Rennen der Männervierer. Mit dem Wissen, dass in gegnerischen Booten Ruderer sitzen, die bereits auf internationalen Meisterschaften gerudert sind, war nicht das Siegerpodest das Ziel. Vielmehr stand im Vordergrund Rennerfahrung zu sammeln, da viele Karlsruher noch nie oder erst einmal ein Rennen im Ruderboot bestritten haben. Die Mannschaft Christoph Umminger, Johannes Magin, Matthias Apfel und Georg Moeser mit Steuermann Michel Kluge belegte Platz sechs. Ihnen folgten auf Platz sieben das Boot von Steffen Wiedmann, Martin Krause, Marten Heinz und Leonard Westkamp mit Steuerfrau Eszter Király. Die Gegner und auch Sieger waren einem auf Grund des Rennmodus meist bis zur Siegerehrung im Anschluss an alle Rennen unbekannt. Die Boote wurden mit zwei Minuten Abständen gestartet. Gegen die Uhr ging es dann mit dem Strom bis zur Wendeboje und anschließend gegen den Strom zurück zum Ziel. Auf das Treppchen kamen die Starter im Anfänger Mixed Boot. In dem Rennen saßen jeweils zwei Frauen und zwei Männer zusammen im Boot, die frühestens 2010 das Rudern gelernt haben. Das Boot des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit Steffen Wiedmann, Leonard Westkamp, Christina Kölle, Aven Path sowie Steuerfrau Eszter Király erreichte den 3. Platz und musste ein Saarbrücker Boot mit einer Sekunde Differenz den Vortritt zu Platz zwei lassen.
Kooperation zwischen KIT und Rheinklub Alemannia
Mit Christoph Umminger und Johannes Magin fuhren zwei weitere Karlsruher Studenten im gleichen Rennen eine Renngemeinschaft mit dem Karlsruher Rheinclub Alemannia. Mit der kurzfristigen Zusammenarbeit konnten personelle Lücken beider Seiten gefüllt werden und für die Aktiven ein Start ermöglicht werden. Bei ihrer ersten Rennerfahrung konnte das Quartett direkt Platz vier hinter dem Boot des KIT belegen. Im Mixed Rennen für Betriebssportgruppen und Studenten ruderte das schnellste Boot der Karlsruher Studenten. Michel Kluge, Aven Path, Christina Kölle und Georg Moeser belegten mit Steuermann Matthias Apfel in 17 Minuten und 26 Sekunden Platz zwei. Siegreich mit einem 2-Sekundenvorsprung war ein Boot der Universität Marburg in 17 Minuten und 24 Sekunden. Die Marburger Ruderer sind von der Deutschen Hochschulmeisterschaft als starke Gegner bekannt. Weitere Marburger Boote belegten die Plätze drei und vier. „Für uns war es schon ein wenig überraschend, dass wir so knapp hinter dem Sieger ruderten. Gleichzeitig gibt das Ansporn weiter gemeinsame Ruderkilometer zu sammeln, denn die zwei Sekunden kann man auch noch irgendwo auf der 4000 Meter Strecke rausholen.“ freute sich der Obmann der Breitensportgruppe des Hochschulruderns Georg Moeser über das Ergebnis. „Alles in allem war es für unsere Mannschaft ein sehr gelungener Regattabesuch. Wir hatten großen Spaß und haben gute Erfahrungen gesammelt, um mit unserer wachsenden Breitensportgruppe künftig auf der einen oder anderen Regatta mitzumischen.“

Die Mannschaft der Ruderriege des KIT auf dem Bootsplatz in Mainz, dazwischen ihr Doppelvierer "Nike". Foto: Georg Moeser.

