Rheinmarathon: Karlsruher ruderten dreimal knapp an Gold vorbei
12. Oktober 2010 | 16:54 Uhr
Beim Masters-Doppelvierer der Männer reichte es dem KRV Wiking nur zu Platz 6. V.l.n.r.: Steuerfrau Ingrid Sackmann, Holger Depner, Christian Fechler und Hannes Blank. (Foto: Georg Moeser)
Düsseldorf (hbl). Beim 39. Düsseldorfer Marathonrudern entging Karlsruher Ruderern gleich dreimal die Goldmedaille. Beim Wettbewerb um das schnellste Boot fehlten nur 25 Sekunden zum Sieg. Beim Wettbewerb der Doppelvierer der Frauen gewann die Renngemeinschaft Karlsruher Rheinklub Alemannia / Ruderriege Schaumburgia Bückeburg in 2:23,31h die Silbermedaille, dort ruderten Julia und Jannina Kaiser und Jutta Weber für Karlsruhe. Nur die kurzfristig als Ersatz eingesetzte Sybille Roller gewann für den Karlsruher Ruderverein Wiking eine Goldmedaille im Wettbewerb des Männer-Doppelvierer mit einem Mindestdurchschnittsalter von 50 Jahren, in einer Zeit von 2:11,19h. Auf dem Platz dahinter landete die Renngemeinschaft Karlsruher Rheinklub Alemannia / Kitzinger Ruderverein 1897 / Ruder-Club Rastatt 1898 mit Tom Neemann, Pal Methe, Gerhard Hoffmann, Wolfdietrich Jakobs und Steuermann Dietmar Kup.

Letzte Glückwünsche vor dem Start an (v.l.n.r.) Anne Fechler, Therese Hintemann, Felicia Maier und Tatjana Supper. (Foto: Georg Moeser)
Zwar hatte der Rhein nicht allzu viel Wasser und war der Schiffsverkehr beträchtlich, dennoch waren die Bedingungen bei sommerlichen Temperaturen und streckenweisen Schiebewind gut. Ein Ruderboot nahm vor ca. 250 Zuschauern nur wenige Meter vor dem Ziel wegen des hohen Wellengangs kurzfristig soviel Wasser auf, das es kenterte. Da Boot und Ruderer aber dennoch schwimmend die Ziellinie überquerten, wurde es in die Wertung aufgenommen und hatte den größten Applaus.
Mit 143 gemeldeten Booten (die alle das Ziel erreichten) stieß der Veranstalter, der Ruderverein Germania Düsseldorf, an die Grenzen seiner Organisationsmöglichkeiten. Ein Kamerateam des Westdeutschen Rundfunks hielt durch seine Wünsche am Startort in Köln-Stammheim die Teams auf, so dass die letzten Mannschaften mit einer Stunde Verspätung ablegten.
Darunter auch das zweitschnellste Boot des Tages (2:08,34h) mit den Wiking-Ruderern Georg Moeser und Jens Gurk sowie der ruderbundesliga-erfahrenen Steuerfrau Madeleine Merdes. „Acht Kilometer vor dem Ende machten wir eine kurze Pause, danach ruderten wir jeden Schlag so, als wäre es der Letzte“ sagte der im Ziel sichtlich erschöpfte Georg Moeser. Auf die Frage, wo die 25 Sekunden liegen geblieben sein könnten, antwortete er: „Wir hatten auch unkonzentrierte Phasen, weil wir in dieser Besetzung noch nie zusammen gerudert sind“.
Noch provisorischer war das Frauen-Masters-Boot des Karlsruher Rudervereins Wiking zusammengesetzt. Neben den langstreckenerfahrenen Ruderinnen Tatjana Supper, Anne Fechler und der mit Trainingsrückstand versehenen Therese Hintemann kam kurzfristig ein Neulinge zu Einsatz: Die ehemalige Schweizermeisterin Felicia Maier. Bärbel Kurz musste auf den Steuermannsplatz rücken: „Die Mädels haben zum Schluss alles gegeben“.

Silber für den KRA: (v.l.n.r.) Julia Kaiser, Hannah Pelzing, Janina Kaiser und Jutta Weber. Nicht im Bild: Steuermann Benedikt Fuß. (Foto: Hannes Blank)
Positiv bemerkbar machte sich das viele gemeinsame Training der Ruderinnen beim Karlsruher Rheinklub Alemannia. Der Frauen-Doppelvierer war letztes Jahr zum ersten Mal auf dem Rheinmarathon gestartet und hatte die Wertung gewonnen. 2010 waren sie 20 Minuten schneller als im Vorjahr und mussten sich trotzdem einer Renngemeinschaft aus Hildesheim/Lehrte geschlagen geben. Obfrau Janina Kaiser zog dennoch ein positives Fazit: „Es war ein tolles Rennen, tolles Wetter und wir fühlen uns gut. Wir haben alles erreicht, was wir erreichen wollten und waren schneller als der Wiking!“
Der Männer-Doppelvierer der Rudergesellschaft Speyer fuhr die Strecke in 2:28:53h und landete auf dem 16. Platz. Mit dem Boot „Vater Rhein“ hatte die RG auch ein
See-Gig im Rennen. Jürgen Bergström, Charlie Scheurer, Klaus Disque, Norbert Herbel und Steuerfrau Jutta Esenwein brauchten mit dem breiten, auslegerlosen Boot 2:34,36h und wurden damit fünftschnellstes See-Gig.
Der Rheinmarathon wird zunehmend internationaler: Neben der traditionell großen Gruppe irischer Teilnehmer nahmen 2010 eine wachsende Gruppe schwedische Schüler an der Regatta teil, außerdem Mannschaften aus Belgien und England.
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