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„Meine Ziele für’s Finale verrate ich nicht!“ – Olympiateilnehmerin Silke Spiegelburg im Interview

29. Juli 2012 | 14:10 Uhr

Karlsruhe/Jockgrim (hbl). Am 1. August fährt sie nach London zu den olympischen Spielen: Silke Spiegelburg, die mit 4,82 Metern aktuelle deutsche Rekordhalterin und Deutsche Meisterin im Stabhochsprung. Boulevard-Baden.de sprach mit der 26jährigen Leichtathletin, die seit 2005 für den TSV Bayer 04 Leverkusen startet, am Rande des Stabhochsprung-Meetings im pfälzischen Jockgrim.

Silke Spiegelburg auf dem Stabhochsprung-Meeting in Jockgrim. Foto: Hannes Blank.

Silke Spiegelburg auf dem Stabhochsprung-Meeting in Jockgrim. Foto: Hannes Blank.

Boulevard-Baden.de: Sie haben ihre Teilnahme am Meeting ziemlich schnell abgebrochen. Was genau war passiert?

Silke Spiegelburg: Es war schmerzhaft und ich musste meinen Fuß kühlen. Der Arzt hat drauf geschaut, ich konnte relativ schnell wieder gehen und er ist nicht blau geworden. Ich habe gemerkt, dass ich die Tendenz zum Umknicken hatte und habe versucht, mich weich fallen zu lassen. Ich glaube, dadurch habe ich das schlimmste verhindert.

BB: Auf der Pressekonferenz zwei Tage vor dem Meeting in Jockgrim hat sich DLV-Bundestrainer Herbert Czingon besorgt gezeigt, dass Sie nach den vielen guten Leistungen in den letzten Monaten kurz vor Olympia in ein Loch fallen könnten…

Spiegelburg: (lacht)

BB: …das sehen Sie nicht so?

Spiegelburg: Nein!

BB: Ein Gerücht besagt, dass Sie und die andere derzeit erfolgreiche, deutsche Stabhochspringerin, Martina Strutz, sich aus dem Weg gehen würden…

Spiegelburg: Das ist totaler Müll!

BB: Ist das also nur der oberflächliche Eindruck?

Spiegelburg: Bei Frauen wird immer gleich reingedichtet, dass man sich nicht leiden kann, wenn zwei Konkurrentinnen da sind. Das ist aber Quatsch. Martina und ich, wir kennen uns schon seit Jahren. Wir verstehen uns super und haben auch schon letztes Jahr gesagt, dass wir kein Streit haben. Sie hat sich für mich in Monaco [beim Leichtathletik Diamond League Meeting im Juli] gefreut und angefeuert und ich habe ihr in Helsinki zur Medaille gratuliert. Mir haben ein ganz normales Verhältnis und lachen viel zusammen.

BB: Zu Ihrer Teilnahme an den olympischen Spielen in London: Mit welcher Einstiegshöhe wollen Sie denn anfangen? Man sagt ja auch, dass die Stabhochspringer nicht mehr als zehn Sprünge pro Wettkampf machen wollen.

Spiegelburg: Also ich finde diese ganzen „Verkehrsregeln“ total bekloppt! Für mich ist wichtig, die Quali zu überstehen und im Finale dabei zu sein. Man weiß, dass man zwischen 4,40 und 4,50 Meter anfängt, muss aber auch auf das Wetter, die Windverhältnisse und die Stäbe gucken. Das sind so viele Faktoren bei uns, dass man so was nie hundertprozentig vorhersagen kann. Die Entscheidung ist instinktiv und dann auch meistens richtig. Um 4,40 bis 4,50 Meter wird es sein, vielleicht auch mal eine 4,55.

BB: Was glauben Sie, wie hoch wird man in London für eine Medaille springen müssen?

Spiegelburg: Ganz schwer zu sagen. Jelena [Issinbajewa] ist auf jeden Fall die Favoritin, zusammen mit Jennifer Suhr, die haben sich schon vor vier Jahren einen harten Kampf geliefert. Die Jelena will auf jeden Fall nochmal angreifen. Wir sind alle dicht beieinander, es sind so viele, die hoch springen können, deshalb kann man da gar nichts prognostizieren. Ich will im Finale mein Bestes geben und versuchen, einen rauszuhauen, so dass ich selbst zufrieden bin. Jeder möchte mir entlocken, was meine Ziele für’s Finale sind, aber die verrate ich nicht!

BB: Letzte Frage: Wie war denn Ihr Eindruck von Ihrer ersten Teilnahme an Stabhochsprung-Meeting in Jockgrim, auch wenn Sie abgebrochen haben?

Spiegelburg: Das ist alles sehr herzlich hier, ich wurde schon gestern im Hotel sehr herzlich aufgenommen. Es ist alles sehr familiär, das finde ich schön und die Stimmung ist grandios. Ich glaube, dass gibt es nicht nochmal in Deutschland, dass man die ganzen Dörfler zusammentrommelt und die hier erscheinen… Eine schöne Veranstaltung, habe ich mir vorher nicht so vorgestellt!

BB: Frau Spiegelburg, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in London.

Die Fragen stellte Hannes Blank.

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