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Kein neuer Streckenrekord beim Baden-Marathon

19. September 2011 | 10:31 Uhr

Karlsruhe (hbl). Der 29. FIDUCIA Baden-Marathon war fest in kenianischer Hand, ein neuer Streckenrekord wurde jedoch nicht aufgestellt. Die Karlsruher Bestzeit bei den Männern, 2:09,07 Stunden, von Joel Kiptoo im Jahre 2009 gelaufen, hat vermutlich sowieso noch längere Zeit Bestand – Karlsruhe sieht sich eher als Wohlfühl-Marathon für die breite Läufermasse und zahlt keine Antrittsgelder für Topläufer. Bei den Frauen war die Marke von 2:35,56 Stunden von Irene Cherop aus Kenia aus dem Jahre 2008 nicht unerreichbar.

Stimmen der Gewinner

Gereicht hat es trotzdem nicht, auch wenn die beiden schnellsten Frauen hart gekämpft haben, es siegte Sally Barioso aus Kenia in 2:37,17 vor Kiros Ehitu Reda aus Äthiopien (2:40,03h). Dabei war Barioso zwischenzeitlich hinter Reda zurückgefallen, konnte die Lücke aber wieder schließen und ihrerseits die Konkurrentin distanzieren: „The course was tough, but this was my second marathon and so I trained hart“ („Die Strecke war schwierig zu laufen, aber für meinen zweiten Marathon habe ich hart trainiert“), so die glückliche Siegerin.

Bei den Männern war die Dominanz von Läufern aus dem ostafrikanischen Land groß: Platz 1 bis 4 für Kenia. Baden Marathon-Vorjahressieger David Mutai kam in 2:13,26  h als Zweiter ins Ziel. Sieger über die volle Distanz von 42,195 Kilometer wurde Samwel Maswai aus Eldoret, eine Stadt im Weste Kenias, die auch schon den Mittelstreckenläufer Mike Boit (Bronze über 800m in München 1972) hervorgebracht hat. Maswai hatte sich erst auf dem letzten Kilometer von Mutai gelöst: „Der Sieg war mein Ziel, ich habe immer wieder auf‘s Tempo gedrückt und mein Glück versucht“, sagte der Kenianer, der zum ersten Mal in Karlsruhe lief.

So sehen Gewinner aus: Samwel Maswai (links) und Sally Barsosio im Ziel des 29. FIDUCIA Baden-Marathons am 18.September 2011. Foto: Hannes Blank.

So sehen Gewinner aus: Samwel Maswai (links) und Sally Barsosio im Ziel des 29. FIDUCIA Baden-Marathons am 18.September 2011. Foto: Hannes Blank.

Während die 42,195 Kilometer fest in afrikanischer Hand waren, konnten die deutschen Läufer und Läuferinnen über die Halbdistanz glänzen. Für Vorjahressieger Denis Pyka  (LG Regensburg) reichte es dieses Jahr nur für Platz 2. Als erstes ins Rund des Beiertheimer Stadions lief Jan Förster vom TV Rheinau Mannheim. Der 29-jährige benötigte 1:06,38h und war damit ein knappe halbe Minute schneller als Pyka. Auf der deutschen Meisterschaft über 10 Kilometer war Förster vor einer Woche 15. geworden, der Halbmarathon in Karlsruhe war sein Saisonabschluss: „Bei 15 Grad und Regen ist vier Sauerstoff in der Luft, das Wetter war optimal“. Dritter hinter Förster und Pyka wurde der in Karlsruhe geborene Matthias Müller (TSG Weinheim). Müller gab zu: „Auf der zweiten Hälfte bin ich eingebrochen; ich versuchte länger an den beiden Führenden dranzubleiben“.

Halbmarathonsiegerin bei den Frauen wurde Christine Schleifer vom Tri-Team Heuchelberg (1:16,10h). Die 28-jährige hatte am 4. September beim 10 Kilometer-Lauf in Karlsdorf-Neuthard mit neuen Streckenrekord auf sich aufmerksam gemacht. Damals noch bei schwülem Klima, beim LBS-Halbmarathon in Karlsruhe unter anderen meteorologischen Bedingungen: „Viel kälter hätte es nicht sein dürfen, aber nach Karlsdorf wußte ich, dass ich gut drauf bin!“ Eine knappe Minute hinter Schleifer kam Bernadette Pichlmaier (LAL mittlere Isar) ins Ziel. Die 42-jährige ist immerhin deutsche Marathonmeisterin der Jahre 2009 und 2010. Der Halbmarathon in Karlsruhe war für sie ein Test für ihre Teilnahme am Marathon in München am 9. Oktober und dieser Test sei „…auf jeden Fall gelungen.  Wegen des Regens waren zwar wenig Zuschauer auf der Strecke, aber die Bands haben mich mit ihrer Musik über die Strecke getragen“, so Pichlmaier.

Auf Platz 3 der schnellsten Halbmarathon-Frauen eine Pfälzerin: Josefa Matheis von der TSG Eisenberg, die sich besonders darüber freute, im Schlussspurt eine 25 Jahre ältere Konkurrentin niedergerungen zu haben. Auch für die 45jährige ist Karlsruhe erfolgreicher Abschluss einer Saison, in der sie in Griesheim deutsche Meisterin in ihrer Altersklasse über die Halbmarathondistanz wurde.

2010 noch Zweite, gewann Christine Schleifer in diesem Jahr den Halbmarathon in Karlsruhe. Foto: Hannes Blank

2010 noch Zweite, gewann Christine Schleifer in diesem Jahr den Halbmarathon in Karlsruhe. Foto: Hannes Blank

Marathon-Organisator Fried-Jürgen Bachl zog ein positives Fazit des 29. FIDUCIA Baden-Marathons: „So eine hohe Leistungsdichte hatten wir noch nie“ und „Die gute Stimmung machte das schlechte Wetter wett“. Er wußte auch Kurioses zu berichten: Brezeln und Landjäger gingen bei den Läufern im Ziel besser weg als Obst und eine der Miettoiletten wurde in der Nacht in einem See in der Günther-Klotz-Anlage geworfen.

Hier geht es zur offiziellen Pressemitteilung des Veranstalters.

Hier geht es zu den  Boulevard-Baden-Bildergalerien I,II, III und IV.

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