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Die TGS entschied das Goldstadt Derby für sich

4. Oktober 2011 | 0:43 Uhr

Karlsruhe/Pforzheim (esch). Die ausverkaufte Fritz-Erler-Halle spiegelt das Interesse der Goldstadt am Derby zwischen den beiden Stadtkonkurrenten TGS  und SG wieder. Der Absteiger aus der Dritten Liga, die SG Pforzheim/Eutingen war zu diesem „Auswärtsspiel“ angetreten, die bisherige Vormachtstellung in Sachen Handball zu zementieren, was die gastgebende TGS Pforzheim aber mit aller Macht verhindern wollte. Die beiden Mannschaften wurden von ihren Anhängern lautstark unterstützt und zeigten ein begeisterndes Kampfspiel. In der zweiten Halbzeit konnte man getrost von einem Handballkrimi reden, den die beiden Teams auf dem Feld ablieferten. Die „Roten“ hatten schließlich das glücklichere Ende für sich und bejubelten minutenlang den 24:21 Sieg über die „Blauen“.

Kampf war Trumpf im Derby (Foto: cls)

Anfänglich sah es aber gar nicht so aus, denn die Mannschaft von Trainer Marc Nagel begann zunächst sehr konzentriert und kontrollierte das Spiel. Mit einer aggressiven Deckung und einem top aufgelegten Peter Pcola im Gehäuse hielt man den gegnerischen Angriff in Schach. Die eigenen Vorstöße spielten die Blauen ruhig zu Ende und waren häufig nur durch Foulspiel am Torschuss zu hindern, was zur Folge hatte, dass vier der ersten sechs Treffer von der Siebenmeterlinie erzielt wurden. Dabei zeichnete sich der Kapitän der SG, Alexander Lipps, als sehr nervenstark aus, denn er brachte zunächst alle Versuche im Gehäuse des Gegners unter. Nach elf Minuten lag das Team, das von vielen Experten als Favorit in die Begegnung geschickt wurde, mit 1:6 in Führung. Florian Taafel, der Kapitän der Roten, erkämpfte sich in Unterzahl eine Chance und nutzte sie zum 2:6. So allmählich lief auch der Torhüter der TGS heiß, nachdem Jonathan Binder in der Anfangsphase wenige Möglichkeiten hatte, sich auszuzeichnen. In der 14. Minute holte er sich den verdienten Beifall ab, als er zunächst den Versuch von Manuel Mönch aus dem Rückraum abwehrte und dann auch noch den Nachschuss von Tim Knoll hielt. Von diesem Zeitpunkt an war Binder im Spiel und stand seinem Gegenüber in nichts mehr nach. Die Truppe von Trainer Hans Christensen versuchte über den Kampf ins Spiel zurück zu kehren, was ihr zunehmend auch gelang. Tor um Tor kämpfte sich die Mannschaft wieder heran. In der 20. Minute stellte Taafel mit seinem Treffer zum 7:8 den Anschluss her und fachte die Hoffnung auf eine Überraschung erst richtig an. In den letzten zehn Minuten vor der Pause gelang der SG nur noch ein Treffer durch Nachwuchstalent Nicolai Gerstner, so dass die Gastgeber mit zwei Toren durch Sven Kaiser und Taafel bis zum Halbzeitpfiff noch den Ausgleich zum 9:9 schafften.

Nach dem Seitenwechsel erwischte die TGS den besseren Start und setzte die Abwehr der Blauen gleich wieder unter Druck. Taafel führte sein Team mit drei Treffern schnell zu einem 13:10 Vorsprung und sorgte dafür, dass nun  die Nagel Schützlinge hinterherlaufen mussten. Doch auch in der zweiten Hälfte bestimmten auf beiden Seiten die Torhüter das Geschehen. Mit glänzenden Reaktionen machten sie auch sogenannte 100%-ige zunichte und sorgten dafür, dass keine Mannschaft sich wirklich absetzen konnte. Als Mitte des zweiten Spielabschnitts die TGS vor allem dank der Treffsicherheit von Taafel immer noch drei Tore Vorsprung hatte, stiegen die Chancen der Heimmannschaft auf den Sieg. Der Rückraum der Gäste entwickelte nicht genügend Druck, um die sattelfeste Abwehr um Taafel und Tim Kusterer ins Wanken zu bringen. Einzig Manuel Mönch fand Lücken im Bollwerk der Gastgeber und hielt mit sechs Treffern in den letzten fünfzehn Minuten sein Team noch im Rennen. Dreimal gelang ihm zum 18:17, 19:18 und 20:19 der Anschlusstreffer, aber jedesmal hatte die TGS eine passende Antwort parat und legt sofort wieder einen Treffer zu. Hoffnung keimte bei den Anhängern der Blauhemden auf, als Rechtsaußen Marius Hufnagel mit einem sehenswerten Tor in 27. Minute auf 21:20 verkürzte. Doch Binder und Taafel zerstörten diese Hoffnung. Binder wehrte einen Versuch von Schickle reaktionsschnell ab und vorne netzte Taafel zum 13. und 14. Mal ein. Den Schlusspunkt dieser Partie markierte Hagen Körner, der mit einem verwandelten Siebenmeter den Endstand von 24:21 sicherstellte.

Die Zuschauer sahen ein typisches Derby, in dem keine Mannschaft auch nur einen Zentimeter kampflos preis gab. Weitere Glanzlichter setzten die beiden Torhüter Binder und Pcola, die mit sechzehn bzw. siebzehn Paraden zeigten, wie toll sie ihr Handwerk beherrschen. Taafel mit vierzehn Toren für die TGS und Mönch mit acht Treffern für die SG waren die sichersten Schützen an diesem Abend.

Für die TGS spielten:  Binder, Ludwig – Körner 5/2, Streichsbier 1, Taafel 14/1, Müller, Kaiser 2, Althuon, Koziol, Kusterer T, Sydorchuk, Zergon 2

Für die SG spielten: Pcola, Petruzzi – Gerstner 1, Frietsch, Lipps 6/5, Langendfeld, Mönch 8, Knoll, Kallfass, Hufnagel 2, Schickle 2, Kraus, Grünling, Karpstein 1

Stimmen zum Spiel:

Trainer Christensen (Foto: cls)

Trainer Christensen: „Die SGler sind unheimlich schnell weg gezogen, aber meine Mannschaft hat eine sehr gute Moral gezeigt. Ich bin stolz auf mein Team, dass es solch eine kämpferische Leistung geboten hat und das vor soviel Leuten. Der Sieg ist ein super Gefühl, allerdings gemischt mit ein bißchen Wehmut, dass es ausgerechnet die SG traf, der ich doch viel zu verdanken habe. Ich bin vor allem damit zufrieden, dass das Derby vorbei ist und es endlich wieder um den Sport ging und nicht mehr andere Dinge den Alltag belasten. Am allermeisten bin ich froh, dass Hagen Körner seinen Bart weg bekommt.“

Tim Kusterer, TGS (Foto: cls)

Tim Kusterer: „Wir hatten am Anfang einige Abstimmungsprobleme in der Abwehr, so dass die SG oft über den Kreis kommen konnte und haben Schickle schön freigespielt, der zum Glück nicht immer verwandeln konnte. Wir hatten zunächst dagegen kein Mittel gefunden. Beide Mannschaften kennen sich eben zu gut. Letztendlich ging es eben nur über den Kampf wieder den Anschluss zu finden und das ist uns gelungen. Am Ende war es eine gute Leistung der gesamten Mannschaft.“

Trainer Nagel (Foto: cls)

Trainer Nagel: „In der ersten Halbzeit waren wir fünf Tore vor und geben sie dann zu schnell wieder ab. Ich hatte vorher noch gesagt, dass wir einen Vorsprung nicht mehr hergeben wollen. Nachdem die TGS über einfache Tore wieder dran war ist es zu einem reinen Kampfspiel geworden. In der zweiten Halbzeit hatten wir aus dem Rückraum zu wenige Möglichkeiten gehabt, um den Druck auszuüben, der Räume für die anderen Spieler schaffen sollte. Die Torhüter waren heute pari, der eigentliche Unterschied lag im Rückraum. Der Sieg war so verdient.“

Marco Langjahr: “Es ist hart wenn man draußen sitzt und nicht eingreifen kann. Das geht mir nicht nur beim Derby so, sondern in jedem Spiel. Wir haben es am Anfang gut gespielt. Nachher hat verschiedenes nicht so gut geklappt. Nachdem die TGS wieder dran war, war es ein reines Kampfspiel. Ich fand, dass uns heute das Selbstbewusstsein gefehlt. Wir haben oft die Verantwortung an den nächsten weitergereicht.”

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