EHF-Pokal bringt die Löwen wieder in Schwung
17. Februar 2013 | 17:49 UhrEHF-Pokal Gruppenphase
Rhein-Neckar-Löwen - HC Motor Zaporozhye (Ukraine) 35:22 (18:11)
Karlsruhe (esch). Nur zwei Tage hatte Chefcoach Gudmundur Gudmundsson Zeit mit seinen Jungs die Enttäuschung von Lübbecke aus den Köpfen zu bekommen. Im EHF-Pokal stand mit dem Heimspiel gegen den Konkurrenten aus der Ukraine, den HC Motor Zaporozhye, die nächste
schwierige Prüfung an. Von der ersten Sekunde an zeigten die Rhein-Neckar-Löwen, dass sie die Einheiten sehr gut genutzt hatten und besiegten die Ukrainer unerwartet deutlich mit 35:22. Zufriedene Gesichter sah man deshalb in der GBG-Halle nicht nur bei den Spielern und im Umfeld der Mannschaft, sondern auch auf den Rängen bei den 1467 Anhängern. Die Löwen zeigten sich unter den Augen von Bundestrainer Martin Heuberger wieder einmal von ihrer guten Seite.
In den ersten sechs Minuten zeigten die Gäste, weshalb sie im ersten Spiel gegen Kolding nur knapp unterlegen waren, denn sie konnten die Partie in Mannheim zunächst offen gestalten. Mit einer ersten Tempoverschärfung legten die Gastgeber dann einen 3:0 Lauf hin und zogen auf 5:2 davon. Spielmacher Andi Schmid war dabei nicht nur von der Siebenmeterlinie souverän, sondern setzte immer wieder Alexander Petersson und Bjarte Myrhol hervorragend in Szene. Das Angriffsspiel konnte aber nur so richtig in Schwung kommen, weil die Abwehr vom Anpfiff weg sehr konsequent arbeitete und von Torhüter Goran Stojanovic blendend unterstützt wurde. Bis Mitte der ersten Hälfte betrug der Vorsprung bereits vier Treffer und die Deckung der Badener sorgte dafür, dass die Ukrainer schon in dieser Phase einfache Fehler begingen. Auffallend war schon zu diesem Zeitpunkt, dass sich viele Löwen in die Torstatistik eintragen konnten. Am Zwischenstand von 14:7 waren schon acht Löwen beteiligt, ein Indiz für die Torgefährlichkeit der Angreifer. Zehn Minuten vor Ende der ersten Halbzeit lagen die Badener also schon sieben Tore in Front und legten bis zum Wechsel noch vier Treffer drauf. Die Gäste aus dem Osten Europas mussten sich jeden Treffer hart erkämpfen und waren froh darüber, dass die Hausherren die eine oder andere Chance noch liegen ließen. Mit einer 18:11 Führung verabschiedeten sich beide Teams in die Kabinen.
Nach der Pause schickte Trainer Gudmundsson Niklas Landin-Jacobsen zwischen die Pfosten und vertraute ansonsten seiner Startformation. Doch schon in der ersten Minute kam es zu einer Schreckssekunde in der GBG Halle. Petersson knickte in der Rückwärtsbewegung im Mittelkreis um. Erinnerungen an die Verletzung von Kapitän Uwe Gensheimer wurden wach, als der Isländer liegen blieb und dann vom Feld geführt werden musste. Nach der Begegnung kam von Trainer Gudmunsson die Entwarnung: „Alexander ist leicht umgeknickt und wir haben ihn vorsorglich nicht mehr eingesetzt. Wir wollten kein Risiko eingehen. Ich glaube es ist soweit in Ordnung.“ Die Mannschaft brauchte einige Minuten, um den Vorfall verarbeiten zu können, legte dann aber wieder nach. Innerhalb von zwei Minuten bauten Zarko Sesum, Patrick Groetzki und Myrhol den Vorsprung auf 21:13 aus. Die spanischen Zwillinge Issaias und Gedeon Guardiola verarbeiteten einen Ballgewinn zu einem Gegenstoß, den der Weltmeister Gedeon zur 24:15 Führung einnetzte. Mit diesem Tor war praktisch die Vorentscheidung gefallen, zumal die Löwen in ihrer Spielfreude nicht mehr zu bremsen waren. Das Abwehrbollwerk mit einem sehr gut aufgelegten Landin-Jacobsen im Gehäuse genehmigte den Ukrainern bis Mitte des zweiten Spielabschnittes nur fünf Treffer und legte vorne noch eine Schippe drauf. Dreizehn Minuten vor dem Schlusspfiff war der Vorsprung beim Stand von 29:16 auf dreizehn Tore angewachsen. Trainer Gudmundsson wechselte in der Schlussphase einige „Bänkler“ ein und gönnte Schmid, Myrhol, Groetzki und Sigurmannsson etwas Schonung. Der Spielfluss der Badener wurde aber auch dadurch nicht wesentlich verändert, denn Akteure wie Marius Steinhauser und Issaias Guardiola nutzten ihre Chance und trugen sich in die Torschützenliste ein. Am Ende stand ein deutlicher 35:22 Erfolg der Löwen auf der Anzeigetafel. Bleibt nun zu hoffen, dass die Rhein-Neckar-Löwen diesen Schwung auch in die nächste Begegnung in Wetzlar mitnehmen.
Stimmen zum Spiel:
Trainer Gudmundur Gudmundsson: „Wir haben das Spiel von Lübbecke sehr gut analysiert, vor allem die Art und Weise der Spielführung. Wir waren ja alle sehr enttäuscht, aber wir dürfen nicht vergessen, dass es sehr schwer ist dort zu gewinnen. Wir haben nach der Spielanalyse eingehend darüber geredet und wollten die Begegnung dann abhaken. Heute haben wir in der Mannschaft wieder eine großartige Stimmung gesehen und sie hat von Anfang an alles gegeben. Wir waren wieder schnell auf den Beinen und waren in der Abwehr aggressiv. Phasenweise haben wir auch offensiv nach vorne gearbeitet und sind zu vielen Ballgewinnen gekommen. Auch im Angriff haben wir gut gespielt und waren in der Lage alle Abwehrsysteme des Gegners zu lösen. Ich bin mit der Leistung, der Konzentration und dem Willen sehr zufrieden.“
Manager Thorsten Storm: „Wir haben heute ein tolles Spiel gesehen. Alle Akteure hatten sich viel vorgenommen und haben sich richtig rein gearbeitet in die Begegnung. Auch wenn wir nach vierzig Minuten die Partie für uns entschieden hatten, haben die Jungs bis zur 60. Minute in allen Mannschaftsteilen durchgezogen. Es wurde richtig geackert und die Räume wurden immer enger gemacht. Und am Ende war Zaporozhye müde gespielt, so dass sie zu Fehlern und Fehlpässen regelrecht gezwungen wurden.“
Für die Rhein-Neckar Löwen spielten: Niklas Landin-Jacobsen (ab 31.), Goran Stojanović (1.-30.) - Stefan Rafn Sigurmannsson (3), Alexander Petersson (4), Andi Schmid (5/4), Kim Ekdahl du Rietz (5), Marius Steinhauser (2), Denni Djozic, Bjarte Myrhol (4), Oliver Roggisch, Gedeon Guardiola (2) , Zarko Sesum (4), Issaias Guardiola (4), Patrick Groetzki (2).
Für HC Motor Zaporoshyespielten: Nikolay Sorokin, Yevgen Sapun (1) - Andrey Bespalov (1), Jurii Kubatko, Denis Mirzoyev (1), Pavlo Gurkovsky (1) , Inal Aflitulin (2), Yevgeni Gurkovsky (1)., Alexey Kamanin,Kostyantyn Kurylenko (2), Ievgen Zhuk (1), Alexander Semikov (5/2), Mikhail Revin (3), Oleg Gladyr (1), Sergeii Burka (3), Sergeii Sulyma
Abgelegt unter: Handball EHF Pokal · HC Motor Zaporozhye · Rhein-Neckar-Löwen · Spielbericht
