Rhein-Neckar-Löwen trafen auf ihre Vergangenheit
3. August 2012 | 13:09 Uhr
Begeistertes Publikum in Östringen (Foto: cls)
Karlsruhe (esch). Nach dem Test in Osthofen traten die Rhein-Neckar-Löwen zu einem Spiel mit einem besonderen Hintergrund in der Stadthalle Östringen an. Gegner war die „Traditionsmannschaft“, die fast identisch war mit dem Aufstiegsteam aus der Saison 2002/03 und sogar das Trainergespann Rolf Bechtold/Michael Roth auf der Bank hatte. Der Bundeligatrainer der MT Melsungen war zehn Jahre im Kraichgau zuhause und befindet sich im Augenblick mit seiner Mannschaft im Trainingslager in Altensteig. „Ich bin gerne hierher gekommen, denn hier habe ich zehn erfolgreiche Jahre verbracht. Es war schon toll zu sehen, wie viele Menschen heute gekommen sind und wie freundlich ich begrüßt wurde. Das hat richtig Spaß gemacht,“ zeigte sich Michael Roth sichtlich begeistert. Der besondere Hintergrund dieses Aufeinandertreffens von Vergangenheit und Gegenwart war, dass der gesamte Erlös der Familie Bender gewidmet wurde, die vor Kurzem den Vater nach schwerer Krankheit verloren hat.
Das Publikum erlebte zu Beginn der Partie eine besondere Überraschung, als nicht die angekündigten Referees Reif/Scherrer aufliefen, sondern Karl-Heinz Mächtel, der Fanbeauftragte der Löwen und Manager Thorsten Storm mit Pfeife und Karten bewaffnet das Spielfeld

Michael Roth und Rolf Bechtold (Foto: cls)
betraten. Sie leiteten die Begegnung in aller Ruhe und mit viel Übersicht bis sie in der 17. Minute das Feld frei machten für das Malschenberger Gespann. Die Traditionsmannschaft brauchte eine gewisse Zeit, um sich zu finden und geriet auch 1:7 in Rückstand, ehe die Aktionen zunehmend sicherer wurden. Dann überraschten sie die Löwen immer wieder mit guten Spielzügen und kamen zu tollen Chancen, so dass Goran Stojanovic mächtig auf der Hut sein musste. Bis Mitte der ersten Halbzeit schafften die „Oldies“ erstmals den Anschluss zum 8:10 und waren damit richtig in der Partie angekommen. Uli Schuppler, Holger Löhr und Kameraden kamen immer dann in Schwierigkeiten, wenn die Löwen schnelle Gegenstöße vortrugen, vor allem über die rechte Seite. Schön für die Zuschauer war, dass sich auf Seiten der Löwen gerade die Nachwuchskräfte sehr gut in Szene zu setzen wussten. Das Bundesligateam, bei dem Uwe Gensheimer nur zu Siebenmeter auf das Feld kam, führte zur Halbzeit verdient mit 20:15.
Nach dem Wechsel kam Jugendeuropameister Jonas Maier zwischen die Pfosten und wurde mit viel Beifall begrüßt. Am Verlauf änderte sich zunächst einmal nicht viel, denn die Oldies wussten mit klugen Spielzügen die Abwehr der Gelbhemden öfters vor Probleme zu stellen, wobei vor allem der ehemalige Nationalspieler Holger Löhr mit pfiffigen Ideen zu glänzen wusste und Boris Meiser am Kreis in

Youngster Kevin trifft Oldie Uli (Foto: cls)
Szene setzen konnte. Trainer Thomas Svensson wechselte immer wieder durch, so dass alle Löwen genügend Einsatzzeiten vorweisen konnten und auch alle zu Torerfolgen kamen. Bürgermeister Felix Geider, der in dieser Begegnung das Trikot der Traditionsmannschaft übergestreift hatte, war denn auch begeistert von seinem Team: „Konditionell und was die Kraft angeht, waren wir sicherlich nicht alle auf der Höhe, aber man hat gesehen, dass man das Handball spielen nicht ganz verlernt. Es gibt eben ganz bestimmte Abläufe, die man in der Jugend lernt und auch als Erwachsener immer wieder angewendet hat und die verlernt man auch im Alter nicht.“ Die Löwen blieben auch in Spielhälfte zwei ständig in Front und gewannen schließlich 37:31. Kapitän Uwe Gensheimer meinte nach dem Spiel verschmitzt: „„Wir haben für das Traditionsteam das Tempo gut dosiert.“
Thomas Svensson: „Die Einstellung der Jungs ist hervorragend. Über den Leistungsstand kann man im Moment noch nichts Verbindendes sagen. Die Traditionsmannschaft war für uns heute ein guter Gegner, sie haben mehr von uns verlangt als der letzte Gegner. Man hat gesehen, dass wir manchmal in der Abwehr Probleme bekommen und zu viele technische Fehler produziert haben. Aber ich denke, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt noch normal ist. Das wichtigste Fazit ist im Augenblick aber, dass alle 100% bringen.“
Für die Rhein-Neckar Löwen spielten: Goran Stojanovic, Jonas Maier (ab 31.) – Andy Schmid (2), Oliver Roggisch (1), Uwe Gensheimer (3/3), Issaias. Guardiola (4), Denni Djozic (2), Yazine Taieb (4), Matthias Gerlich (4), Bjarte Myrhol (5), Marius Steinhauser (6), Nils Kretschmer (1), Kevin Bitz (5).
Traditionsteam: Frank Pagel (bis 30. und bei einem Siebenmeter), Daniel Unser – Lars Drögemüller (1), Uli Schuppler (1), Matthias Rohr (1), Andre Bechtold, Boris Meiser (6), Jens Ostheimer (2), Patrick Körner (4), Alexander Fetzer (2), Marco Hauk (7/1 ein Treffer zählt doppelt), Andreas Mauer (3/2), Felix Geider, Sebastian Englich (1), Georg Böhmler, Holger Löhr (2).
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