Der Jahrgang 93 des männlichen Nachwuchses im Badischen Handballverband gewinnt den deutschen Länderpokal!
16. März 2010 | 8:35 Uhr
DHB Länderpokal - Erster Deutscher Meister 2010 - m 93 (Foto: BHV)
Karlsruhe (esch). Mit einer überragenden Leistung in der zweiten Halbzeit des entscheidenden Abschluss-Spiels gegen Berlin sicherte sich die BHV-Auswahl inzwischen zum vierten Mal den Länderpokal-Titel, der einer Deutschen Meisterschaft der Auswahlmannschaften gleichkommt. Entsprechend groß war die Freude beim Trainerteam Carsten Klavehn und Alexander Lipps, gemeinsam mit Landestrainer Dr. Pavol Streicher und den Jungs, die sich in Berlin als echtes Team präsentierten !
Der Start ins Turnier gelang mit einem sicheren Sieg gegen Brandenburg – das Team Baden lag ständig in Führung, musste den Gegner Mitte der zweiten Halbzeit dann etwas näher kommen lassen. Die Jungs konnten dann aber die Zügel noch einmal anziehen und das Spiel sicher mit 25:22 gewinnen – der Start in das Turnier war gelungen und gab auch Sicherheit für die kommenden Spiele. Im zweiten Spiel des Turniers trafen dann die als leichte Favoriten gehandelten Teams aus Sachsen-Anhalt und Berlin aufeinander und das Spiel endete mit einem klaren 25:19-Erfolg für die Gastgeber aus Berlin. So stand Sachsen-Anhalt im zweiten Spiel des Samstags gegen das Team Baden schon unter Zugzwang, mit einer zweiten Niederlage hätten sich die Jungs aus Magdeburg und dem Umland die Titelträume schon am ersten Tag abschreiben können. So entwickelte sich ein spannendes Spiel, das bis zur 20.Minute ausgeglichen stand, dann konnten sich unsere Jungs aber bis zur Pause mit 5 Toren absetzen. In der zweiten Hälfte konnte der Vorsprung gegen intensiv fightende Sachsen verteidigt werden, bevor am Ende ein 30:28-Erfolg feststand – “glücklich aber nicht unverdient”, so der treffende Kommentar von Trainer Alexander Lipps nach dem Spiel. Nachdem Berlin sein zweites Spiel gegen Mittelrhein ebenfalls mit 4 Toren gewonnen hatte, gingen Baden und Berlin ungeschlagen in Tag 2 des Länderpokalfinales, Mittelrhein war mit 2:2 Punkten in Lauerstellung und Sachsen-Anhalt und Brandenburg mit 0 Punkten waren schon abgeschlagen.
Hochmotiviert gingen unsere Jungs auch in das allererste Spiel am Sonntagmorgen gegen die Vertretung aus Mittelrhein, allerdings verlief der Start in den Sonntag gar nicht gut, so dass am Ende eine knappe 25:26-Niederlage notiert werden musste. Dabei attestierte Landestrainer Dr. Pavol Streicher dem Team eine sehr gute Spielanlage, das Konzept wurde sehr gut umgesetzt, allerdings war die Chancenauswertung nicht ausreichend – “das Runde wurde leider nicht oft genug im Eckigen versenkt”. So kam es wie es kommen musste, nach einem engen und ausgeglichenen Spiel bekam Mittelrhein 2 Sekunden vor Spielende einen Strafwurf zugesprochen, den sie auch verwandeln konnten. Diese Niederlage war zwar ärgerlich, aber es war gleich nach dem Spiel klar, das das abschliessende Spiel gegen Gastgeber Berlin die Entscheidung bringen würde. Da im Länderpokal bei Punktgleichheit der direkte Vergleich zählt, würde ein Sieg gegen Berlin mit 3 Toren Differenz den Sieg im Länderpokal bedeuten, ein Sieg mit 1 oder 2 Toren, sowie ein Unentschieden wäre Platz 2, und eine Niederlage hätte gar nur Platz 3 hinter Sachsen-Anhalt bedeutet. Der badischen Delegation waren diese Rechenspiele aber egal – ein Sieg mit mindestens 3 Toren Unterschied musste her und das sollte auf dem Platz umgesetzt werden ! Und so entspann sich ein spannendes und hochklassiges Endspiel, bei dem die Berliner Gastgeber zur Pause mit 1 Tor die Nase vorne hatten, so dass das Team Baden in der zweiten Hälfte 4 Tore aufholen musste. Vor einer sehr gut gefüllten Halle, die mit der Unterstützung der Gastgeber auch gehörigen Druck auf das Gästeteam erzeugte, war dies eine sehr schwierige Aufgabe – diese schmerzliche Erfahrung mussten in der Vorrunde auch unsere Nachbarn aus Württemberg machen, die unter eben diesen Bedingungen richtig unter die Räder kamen. Doch das Team Baden löste die Aufgabe mehr als souverän – mit einer überragenden Teamleistung wurde die zweite Halbzeit gegen den HV Berlin mit 7 Toren gewonnen und am Ende stand auch ein in dieser Höhe verdiente 34:28-Erfolg zu Buche, der den Länderpokal-Titel 2010 bedeutete. “Die Jungs haben die beste zweite Halbzeit ihrer gesamten Auswahlkarriere gezeigt” schwärmte ein überglücklicher Coach Carsten Klavehn, für den das Finale in seiner Heimatstadt Berlin ein ganz besonderes Erlebnis war. Auch die Rückmeldung der versammelten DHB-Trainerprominenz war absolut positiv – Bundestrainer Heiner Brand sah im Team Baden “das beste Team des Turniers, das sich verdient durchgesetzt hat”. Aber auch Junioren-Nationaltrainer Martin Heuberger, sowie der DHB-Jugendkoordinator und verantwortlicher DHB-Trainer für den Jahrgang 93 Christian Schwarzer hielten mit Lob “für das kompakteste Team” nicht hinter dem Berg.
Erneut ein Riesenerfolg für den kleinen Badischen Handball-Verband beim Länderpokal, der für die Qualität der Ausbildung in der Vereinen und Verband spricht. Der Dank geht daher vor allem an die verantwortlichen Trainer, sowie an die Heimvereine der Spieler, die ebenfalls einen sehr wichtigen Beitrag zur Ausbildung der Spieler leisten und die sich im Vorfeld sehr kooperativ zeigten. Das größte Kompliment geht aber an das Team – viele Spieler trafen noch vor Wochenfrist im entscheidenden Spiel um den Badischen B-Jugend-Titel aufeinander und nach dem zweiten Unentschieden, wird es aller Voraussicht nach in knapp 2 Wochen noch Entscheidungsspiele um den Titel zwischen der HG Oftersheim/Schwetzingen und der SG Pforzheim/Eutingen geben. Trotz dieser besonderen Konstellation im Meisterschaftsrennen, gelang es den Jungs, dies für das Wochenende abzuschalten, eine überragende Teamleistung abzuliefern, den Deutschen Meistertitel zu erringen – und jetzt wird im Anschluss der Badische Meister ausgespielt. Riesen-Respekt für eine absolut professionelle Einstellung und ein Riesen-Glückwunsch aus ganz Baden !!
Die Mannschaft spielte in folgender Besetzung:
| Bäuerlein, Timo | SG Pforzheim/Eutingen |
| Dippe, Kai | HG Oftersheim/Schwetzingen |
| Klein, Marcel | SG Kronau/Östringen |
| Schmidt, David | SG Kronau/Östringen |
| Regelmann, Christian | SG Pforzheim/Eutingen |
| Lahme, Christoph | HG Oftersheim/Schwetzingen |
| Röpcke, Malte | SG Pforzheim/Eutingen |
| Förch, Simon | HG Oftersheim/Schwetzingen |
| Junker, Mathias | SG Heidelsheim/Helmsheim |
| Bitz, Kevin | SG Kronau/Östringen |
| Gerstner, Nicolai | SG Pforzheim/Eutingen |
| Seganfreddo, Dominic | SG Pforzheim/Eutingen |
| Pauli, Gianluca | HG Oftersheim/Schwetzingen |
| Schneider, Maximilian | HG Oftersheim/Schwetzingen |
| Rojban, David | SG Kronau/Östringen |
Badischer HV – HV Brandenburg 25:22
HV Sachsen-Anhalt – HV Berlin 19:25
HV Mittelrhein – HV Brandenburg 33:29
HV Sachsen-Anhalt – Badischer HV 28:30
Badischer HV – HV Mittelrhein 25:26
HV Brandenburg – HV Berlin 28:31
HV Mittelrhein – HV Sachsen-Anhalt 25:33
HV Berlin – Badischer HV 28:34
HV Brandenburg – HV Sachsen-Anhalt 32:38
Endstand: 1. Badischer Handball-Verband 6:2 Punkte/114:104 Tore; 2. HV Berlin 6:2/106:99; 3. HV Sachsen-Anhalt 4:4/118:112; 4. HV Mittelrhein 4:4/102:109; 5. HV Brandenburg 0:8/111:127
(Quelle: BHV)

