Verdientes SVS-Remis bei Bundesligaabsteiger 1.FC Köln
11. August 2012 | 19:31 UhrKöln (bb). Zweitligaaufsteiger SV Sandhausen ist auch in fremden Stadien in dieser Klasse angekommen. Mit dem 1:1 (0:0) Unentschieden beim Bundesligaabsteiger 1.FC Köln holten sich die Mannen von Gerd Dais einen verdienten Punkt im RheinEnergieStadion, das mit 22.950 Besucher zur Hälfte gefüllt war. Durch ein DFB-Urteil durften die „Geißböcke“ nicht mehr Tickets veräußern. „Nach diesem unnötigen Foulelfmeter von Adler an Brecko kamen wir ins Spiel zurück und auch noch zum Ausgleich“, sah SV-Trainer Gerd Dais seine Elf über weite Strecken der Auseinandersetzung als gleichwertiger Gegner: „Deshalb haben wir uns das Unentschieden redlich verdient“.
Holger Stanislawski vom Regiepult der Gastgeber ärgerte sich natürlich über den späten Ausgleich: „Wenn man aber nicht in der Lage ist, nach dem Wechsel den zweiten Treffer nachzulegen, dann darf man sich über eine solche Situation wie drei Minuten vor dem Ende, nicht wundern. „Ich hatte es geahnt, jedoch nicht erwartet“, antwortete er der fragenden Journalistenschar und bat, mit seiner jungen Mannschaft Geduld zu haben: „Wir sind im Umbruch, benötigen Zeit und die sollte man uns einräumen, denn mit diesem Kader werden die Kölner sicherlich nicht zu den heißen Aufstiegsanwärter zählen“. Nach Ulm (für ihn kam Morena) musste auch Nico Klotz passen. Er verletzte sich beim Abschlusstraining am Oberschenkel (Zerrung), sodass Alexander Riemann seinen ersten Einsatz von Beginn an verzeichnete.
Der Angriffsschwung des Absteigers war spätestens nach zehn Minuten verflogen und die Gäste starteten die ersten Gegenattacken. Zunächst zögerlich, zwischen der 22. und 28. Minuten jedoch mit entsprechender Vehemenz. Zunächst scheiterte Adler an dem U20-Nationaltorhüter Tim Horn (22.), Danach traf Fießers Kopfball nur den Querbalken nach vorzüglicher Vorarbeit von Schauerte und Pischorn und 100 Sekunden parierte Horn einen Löning-Kopfball mit Bravour. Aber auch der 1.FC Köln kam noch vor dem Seitenwechsel zu Großchancen durch Brecko, Bröker und Royer.
Unmittelbar nach Wiederbeginn kam dann die beste Gastgeberzeit durch einen Pfostenknaller von Bröker und Wimmer, wobei das Eckenverhältnis nach einer Stunde auf 5:0 für die Platzherren angewachsen ist. Völlig unnötig der Foulelfmeter von Nicky Adler (61.) gegern Miso Brecko. Thomas Bröker ließ sich diese Chance natürlich nicht gehen, um fünf Minuten später Daniel Ischdonat erneut auf die Probe zu stellen. In der letzten Viertelstunde stellten die Hausherren immer mehr zum „Verteidigen des Vorsprungs“ um, sodass die Gäste wieder besser ins Spiel fanden und sich brenzlige Situationen vor dem FC-Gehäusen häuften. So auch in der 76. Minute, als Pischorn einen Kopfball ins Netz wuchtige, der Unparteiische jedoch aufgrund des Fahnenzeichens auf Abseits entschied. Als man sich im Gästelager schon mit einer unnötigen Niederlage anzufreunden vermag, doch noch eine entscheidenden Situation im FC-Strafraum. Der für Monera gekommene Regis Dorn ging in der 89. Minute volles Risiko mit einem Rückzieher. Der Ball landete nochmals bei ihm und mit einem Seitfallrückzieher bugsierte er das Leder dann über Freund und Feind hinweg hinter die Torlinie.
Der Neuling machte seinem Trainer Gerd Dais damit ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk (er wurde am Samstag 49). So zwischen Rüsselsheim und Frankfurt gab die Truppe dann mit einem Ständchen im Bus auch noch einen gesanglichen Leckerbissen ab. Wegen der Dopingkontrolle verzögerte sich die Abfahrt in heimische Gefilde im Übrigen um fast eine Stunde (nicht immer kann man wenn man sollte).
1.FC Köln: Horn; Brecko, Maroh, Wimmer, Eichner; Lehmann, Matuschyk; Royer (85. Pezzoni), Chihi (24. Jajalo), Bröker; Tese (46. Ishak).
SV Sandhausen: Ischdonat; Schauerte, Pischorn, Schulz, Achenbach; Fießer, Morena (76. Dorn); Riemann (84. Falkenberg), Tüting, Adler (77. Halfar); Löning.
Tore: 1:0 Bröker (Foulelfmeter), 1:1 Dorn (89.), Schiedsrichter: Markus Wingenbach (Mainz), Zuschauer: 22.950, Verwarnungen: Tüting (2).

