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Kurz vor Saisonstart: bfv macht beim Thema Gewalt keine Kompromisse

19. Juli 2012 | 16:41 Uhr

Karlsruhe (bb). Nach der letzten Saison, in der es vermehrt zu Gewaltvorfällen kam, bezieht der Badische Fußballverband (bfv) klar Position: „Wir dulden keinerlei Gewalt auf unseren Sportplätzen“, betont bfv-Präsident Ronny Zimmermann. Der bfv hat daher zwei Merkblätter für den Einsatz von Platzordnerobmännern und des Ordnungsdienstes bei Verbandsspielen erarbeitet, die bei den bevorstehenden bfv-Staffeltagen detailliert vorgestellt werden.

„Die Hemmschwelle für Gewalt wird immer niedriger und deshalb sind wir noch mehr gefordert“, sagt der 51-jährige Jurist. Kurz vor dem Saisonstart macht der bfv allen Vereinen samt Vorständen, Trainern, Betreuern, Schiedsrichtern, Spielern und Eltern nochmals deutlich, dass der „Fair-Play“-Gedanke ein unumstößlicher Wert ist. Bei den anstehenden Staffeltagen werden auf Verbands- und Kreisebene allen Vereinen zwei Merkblätter mit Handlungsempfehlungen zum Einsatz von Platzordnerobmännern und des Ordnungsdienstes ausgehändigt. „Damit ist es aber nicht getan“, erläutert Zimmermann mit Nachdruck. Deshalb sind alle Verbands- und Kreisverantwortlichen angehalten, bei den bevorstehenden Staffeltagen dieses Thema intensiv vorzustellen und mit den Vereinsvertretern zu besprechen. „Wir übergeben unseren Vereinen in kurzer und präziser Form Handlungsempfehlungen“, macht bfv-Spielbetriebsleiter Felix Wiedemann das Vorhaben des Verbandes deutlich.
Und bfv-Präsident Zimmermann ist es wichtig, dass der bfv und alle Vereine gemeinsam an einem Strang ziehen: „Nur so werden wir das Gewaltproblem auf unseren Fußballplätzen in den Griff bekommen und lösen.“ Deshalb müssten Verband und Vereine geschlossen auftreten und sich dafür einsetzen, „dass wir Gewalt auf unseren Sportplätzen nicht tolerieren“.

Platzordnerobmänner der Heim- und Gastmannschaft

Nach §36a der Spielordnung ist jeder Verein (Heim- und Auswärtsmannschaft) seit 2010 verpflichtet einen Platzordnerobmann zu stellen. Dieser Obmann soll aufmerksam und präventiv bei Vorfällen (z.B. mit Zuschauerbeteiligung) verstärkt reagieren und schlichtend einschreiten. „Er ist aufgefordert, die Ordnung und Sicherheit auf und neben dem Platz zu gewährleisten“, sagt Wiedemann. Als möglicher Obmann kommen nur Personen in Betracht, die Vereinsmitglieder und volljährig sind. „Dieser soll aber nicht aggressiv oder belehrend wirken, sondern ein freundlicher Ansprechpartner der Heimmannschaft bzw. Auswärtsmannschaft sein“, betont Wiedemann. Die Weisungsbefugnis unterliegt jedoch ausschließlich dem Platzordnerobmann der Heimmannschaft. Er übernimmt die Verantwortung für die angeordneten Maßnahmen im Rahmen des Hausrechts.

Ordnungsdienst als zwingende Unterstützung

Beim Einsatz von Ordnungsdiensten verhält es sich ähnlich. Jeder Platzverein ist verpflichtet, zur Wahrung der Platzdisziplin eine ausreichende Anzahl von Platzordnern zu stellen. Sie sollen als verlängerter Arm des Ausrichters (Heimverein) fungieren, dessen Weisungen sie unterliegen. Der Ordnungsdienst gewährleistet, dass die Spieler, Zuschauer und Schiedsrichter entsprechend geschützt sind.
„Auch das Abrennen von pyrotechnischen Gegenständen soll verhindert werden“, macht Ronny Zimmermann deutlich: „Wir werden in dieser Hinsicht null Toleranz gewähren und den Missbrauch mit aller Konsequenz und Deutlichkeit verfolgen.“ Der Betroffene verstößt in der Regel gegen die örtliche Stadionordnung und macht sich zudem gegebenenfalls wegen (versuchter) Körperverletzung bzw. wegen eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz strafbar. Von daher zeigt der bfv diesen sogenannten Fans konsequent die „Rote Karte“.

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