Carl-Heinz Rühl: „Der KSC gehört in die 1. Bundesliga!“
8. August 2010 | 9:30 Uhr
Carl Heinz Rühl im Gespräch mit Heiko Räther (links) und Matthias Dreisigacker (Mitte). (Foto: Hannes Blank)
Karlsruhe-Südstadt (hbl). Nach dem erfolgreichen Benefiz-Spiel im Beiertheimer Stadion zugunsten von Ex-KSC-Profi Raimund Krauth traf man sich zum Benefiz-Talk in der Karlsruher Südstadt. Gast war Carl-Heinz Rühl, langjähriger Spieler in Köln und Berlin und ab 1973 Trainer im Wildpark, von 1986 bis 1994 Manager der KSC-Fußball-Mannschaft der Herren. Ort der Plauderei war das „Milano“ in der Karlsruher Südstadt und das nicht ohne Grund, ist die Cafékneipe doch in Besitz von Pippo Campanello, der schon 1974 bei der Gründung des ersten KSC-Fanclubs dabei war. Rühl erfreute die Zuhörer mit launigen Geschichten und Erlebnissen von den Anfängen des Bundesligafußballs bis zu seinem Abschied vom KSC 1994: „Die Raumdeckung von heute wäre ein Traum für mich als Spieler gewesen!“ Die Gesprächspartner waren „Auf, ihr Helden!“-Herausgeber Matthias Dreisigacker und Heiko Räther, Autor des Heldenmagazins.
Der 71-jährige Carl Heinz Rühl erzählte von seiner ersten Begegnung mit dem Karlsruher Sport Club: „Das war ein Katastrophe!“ bezeichnete er die Leistung der badischen Mannschaft bei der 6:1-Niederlage gegen Fortuna Köln. 1970 hatte Rühl seine Karriere bei Daring Brüssel ausklingen lassen. Bereits 1966 schloss er an der Sporthochschule Köln seine Ausbildung zum Fußballlehrer ab. Auf Empfehlung von Hennes Weisweiler, der viele Jahre erfolgreicher Trainer in Köln gewesen war, kam es zu einem ersten persönlichen Kontakt mit dem KSC. Zunächst war Rühl etwas indigniert, dass ihn niemand vom Bahnhof abholte, sondern er haarklein erklärt bekam, wie er mit der Straßenbahn vom Hauptbahnhof zum KSC käme. Dort angekommen, wollte der damalige KSC-Präsident Gerd Hesse lieber über Krankenkassenbeiträge und ähnliches reden und nicht über sportliche Belange, wie es Rühl gern getan hätte. Doch dann kam der zweite Vorsitzende und spätere Vereinspräsident Roland Schmider dazu: „Da war sofort ein Draht da“, so Rühl.
„Geprägt hat mich Hennes Weisweiler“ sprach er deutlich aus; Rühl begleitete den KSC als Trainer und Manager von unten nach oben. Als Mädchen für alles kümmerte er sich zusammen mit Geschäftstellen-mitarbeiterin Monika Herrmann um die Belange des Sportclubs, aber: „Ich habe mich als Manager bewusst nicht ein einziges Mal auf die Trainerbank gesetzt. Ich hatte Mitspracherecht, wenn neue Spieler verpflichtet wurden, habe mich aber nie eingemischt.“ 1994 , auf einem sportlichen Höhepunkt des KSC, schied Rühl aus: „Es wurde kolportiert, ich wäre wegen Winfried Schäfer gegangen, das ist einfach nicht wahr. Wir hatten ein super Verhältnis. Vielmehr ist mir Roland Schmider in den Rücken gefallen – das hat weh getan“ stellte er fest.
Nach dem KSC machte Rühl ein Jahr Pause und arbeitete dann von 1995 bis 1997 für Hertha BSC und 1997/1998 für den 1. FC Köln. „Mein Fehler in Köln war, dass ich zu lange am Trainer Peter Neururer festgehalten habe“ zog Rühl Bilanz. Karlsruhe bezeichneter er als „meine zweite Heimat“; über den aktuellen Zuschauerzuspruch bei Spielen der ersten Mannschaft des KSC sagte er: „Normalerweise dürften nur die Hälfte von denen kommen, die da sind, bei dem, was da geboten wird!“. Sein abschließendes Urteil fiel jedoch positiv aus: „Der KSC gehört in die 1. Bundesliga!“

Carl Heinz Rühl (rechts) und Pippo Campanello, seit 1974 organisierter Anhänger der Fußballmannschaft des Karlsruher Sport Clubs. (Foto: Hannes Blank)
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