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Ein stiller, disziplinierter Arbeiter für die BG

19. Juli 2012 | 11:12 Uhr

Karlsruhe (bb). Das Anforderungsprofil lautete: Deutscher Flügelspieler mit Erfahrung als Back-Up, der sich charakterlich als guter Rollenspieler in ein funktionierendes Team einbringt. Wahrscheinlich kommen einige Kandidaten für dieses Schema in Frage, doch Torsten Daume wurde bei einem alten Bekannten fündig, der in der vergangenen Spielzeit noch durchschnittlich etwas mehr als 20 Minuten Einsatzzeit an der Seite von Jeremy Black spielte: Eric Vierneisel hat heute einen ein-Jahres-Vertrag mit Option bei der BG Karlsruhe unterschrieben.
An Vierneisel dürften einige BG-Fans noch besondere Erinnerungen haben. Als die Karlsruher am 2. Advent 2009 in Heidelberg einen 89:101-Auswärtssieg feierten, war es eben dieser Neuzugang, der mit 26 Punkten, davon vier von sechs Würfen aus der Dreier-Distanz, fünf Rebounds und zwei Assists am nachhaltigsten Widerstand leistete. Es dürften diese, unter Torsten Daume als Headcoach gezeigten Leistungen gewesen sein, die Vierneisels persönlichen Aufstieg in die Beko-BBL ermöglichten. Die seinerzeit erstklassigen Gloria Giants Düsseldorf nahmen den inzwischen eingebürgerten Flügel in ihrem Kader auf. Es folgten 12 Spiele für das Team aus der Hauptstadt Nordrhein-Westfalens, ehe Didin und Vierneisel zur gleichen Erkenntnis kamen: Es passte nicht.

Da Jamil Tucker sich in Jena eine Knieverletzung zugezogen hatte, fand Vierneisel als dessen Ersatz bei den Hightowers sehr schnell einen neuen Arbeitgeber, der ihm trotz einer länger andauernden Krankheit und dementsprechend wenig Einsätzen das Vertrauen entgegenbrachte, dass er auch in der vergangenen Spielzeit wieder für Jena auf dem Parkett stand. Im Gegensatz zu den Karlsruhern schaffte er es mit Jeremy Black noch in die Play-Offs. Am Ende wurden 29 Partien mit durchschnittlicher Einsatzzeit von 20:16 Minuten bei 2,8 Rebounds und 8 Punkten pro Spiel für ihn in den Statistiken ausgewiesen.
Im Kader der Saalestädter standen sicher Profis mit besseren Werten, aber der Platz im Herzen der Fans gehörte zweifelsfrei Eric Vierneisel, der nicht nur zum „beliebtesten Spieler der Mannschaft“ gewählt wurde, sondern auch eine Facebook-Seite mit dem bemerkenswerten Titel „Eric Vierneisel ist die geilste Sau der Welt“ gewidmet bekam.
Torsten Daume ist bei der Wahl der Worte über seinen ehemaligen und künftigen Schützling ein wenig vorsichtiger: „Eric ist definitiv der richtige Mann, um beide Flügelspieler, sowohl Rouven, als auch Jaivon ein wenig zu entlasten, und mit seinen Fähigkeiten einen wertvollen Beitrag für die Mannschaft zu leisten. Dass er mit Jeremy harmoniert, braucht man kaum zu erwähnen. Charakterlich ist er einwandfrei. Er glänzt als stiller, disziplinierter Arbeiter, der Basketball als Mannschaftssport lebt und sich nicht als Solokünstler profiliert. Es ist schön, dass sich unsere Wege nun wieder in Karlsruhe kreuzen.“

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