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Gegen Hannover ist ein funktionierendes Team gefordert

20. Januar 2011 | 11:19 Uhr

Karlsruhe (bb). Vor dem Jenaspiel stellte Rouven Roessler fest: „Dass wir jedes Spiel gewinnen wollen, steht außer Frage.“ Als es gewonnen war, äußerte sich Uli Himstedt: „Ein Sieg gegen Jena ist nur in Verbindung mit dem nächsten Sieg zu Hause wirklich etwas wert.“

Und natürlich ist es das Ziel eines jeden Profisportlers zu siegen. Vielleicht gibt es unterschiedliche persönliche Motivationen für den Erfolg. Jacques Jones wird sicher nicht gerne gegen seinen alten Arbeitgeber verlieren wollen, und Tarvis Williams würde sich wahrscheinlich eher über einen Sieg als Geschenk, als über neben ihm jubelnde Gäste zu seinem 33. Geburtstag freuen.

Aber die Quintessenz bleibt: Am Freitagabend sollte man vor eigenem Publikum gewinnen. Dies ergibt sich schon aus der Tabellensituation und dem Hinspielergebnis, das die Niedersachsen mit 93:86 recht deutlich für sich entschieden. Eine Niederlage der BG würde bedeuten, dass die Tigers aufgrund des direkten Vergleichs an den Badenern vorbeiziehen.

Am Freitagabend sind die Karten wieder neu gemischt, einige Akteure des Hinspiels nicht mehr in den Formationen. Charles Little und Steven Monse tragen nicht mehr das Trikot des UBC, gleiches gilt auf Karlsruher Seite für Ezenwa Ukeagu und Jonathan Cox. Auch auf den Bänken hat sich inzwischen einiges bewegt.

Statt Silvano Poropat trägt in Karlsruhe nun Algirdas Milonas die Verantwortung als Headcoach, während Mahmut Ataman in Hannover nach einer deutlichen Niederlage gegen die Saar-Pfalz Braves seinen Arbeitsplatz für Michael Mai räumen musste. Dies sind zweifelsohne schon einschneidende Veränderungen. Dazu kommt, dass man auf Karlsruher Seite seitens der Mediziner noch keine Aussagen treffen möchte, ob und in welchem Umfang Rouven Roessler und Alex Rüeck schon wieder einsatzfähig sind. Für die jüngeren BGler Peter Schmidt und Matthias Hurst, aber auch für Alexander Zyskunov bedeutet das, sich gedanklich schon einmal mit mehr Spielzeit auseinanderzusetzen.

Für diese Spieler und den Rest der Mannschaft lautet die Zielvorgabe: Als Team auftreten und Konstanz in den eigenen Auftritt bringen. Dazu gehört natürlich eine konzentrierte Defensivleistung. Gerade die vernichtenden 30 Punkte, die Stuart Turnbull im Hinspiel gegen die BG markierte, sind ein leiser Hinweis darauf, dass man unter dem eigenen Korb etwas mehr Initiative zeigen muss. (Turnbull konnte an dem Abend alle seine 11 Versuche aus der Nahdistanz erfolgreich versenken).

Zu dieser Initiative gehört zweifelsohne ein funktionierendes Teamplay. In Jena war ein erster guter Schritt in die richtige Richtung erkennbar, seitens der Verantwortlichen der BG wird hier eine Weiterentwicklung auch gegen Hannover erwartet. Die ist gerade gegen einen Gegner wie die Niedersachsen auch erforderlich, da bei den UBC Tigers die Last recht gleichmäßig auf verschiedene Schultern verteilt ist. Mit Turnbull, Janzen, Henry und Nunnally punkten gleich vier Spieler konstant im zweistelligen Bereich.

Auch der Forward Benjamin Stywall fügte sich zuletzt bei seinen beiden Einsätzen im Trikot der Gäste nahtlos in diese Riege ein. Dass Hannover mit zwei Niederlagen im Gepäck anreist, sollte niemanden täuschen: Die kamen beide gegen starke Gegner zustande und gerade gegen Crailsheim konnte man bei den Leinestädtern einen deutlichen Aufwärtstrend feststellen. Es bedarf am Freitagabend deutlich mehr als einer starken Einzelleistung eines Leitwolfs wie Rouven Roessler oder Jeremy Black, um die Tabellenkonstellation mit dem Heimteam vor den Gästen zu bestätigen.

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