Auch in der Sommerpause wird bei der BG Karlsruhe eifrig gearbeitet
4. Juli 2010 | 9:55 UhrKarlsruhe (esch). „The same procedure as every year“ so könnte das Motto auf der Geschäftsstelle der BG Karlsruhe in der Sommerpause lauten, denn Geschäftsführerin Julie Hüvel und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eifrig damit beschäftigt, die kommende Saison vorzubereiten. Boulevard Baden stattete Frau Hüvel einen Besuch ab, um nähere Informationen über den augenblicklichen Stand zu erhalten.
BB: Die BG hatte in der letzten Runde einen enormen Zuschauerzuwachs zu verzeichnen. Kann das noch wiederholt werden.
Julie Hüvel: Es gibt einige Argumente, warum der Zuschauerschnitt noch einmal getopt werden könnte. Zum einen werden viele Leute auf unseren neuen Trainer gespannt sein, der bekanntlich aus der ersten Liga kommt. Er hat vier Jahre bei einem Verein der BBL gearbeitet. Das zweite Argument könnte Bayern München mit seinem Trainer Dirk Bauermann sein. Wenn er mit seiner Mannschaft nach Karlsruhe kommt, werden wir sicher mehr Zuschauer in die Halle bekommen. Aber grundsätzlich werden wir viel Arbeit investieren, damit wieder viele Zuschauer in die Halle kommen. Wir werden die Regio-Tour ausbauen und verbessern, damit wir den Schnitt noch einmal steigern können.
BB: Sie gehen also davon aus, dass die Regio-Tour in der vergangenen Saison den Zuwachs gebracht hat?
Hüvel: Ich gehe nicht nur davon aus, wir können es auch belegen.
BB: Spielten die Erfolge der Mannschaft in der Anfangszeit nicht auch eine große Rolle?
Hüvel: Der sportliche Erfolg spielt sicher eine Rolle. Aber wir haben in der gesamten BG auch hart gearbeitet, damit wir die Halle voll bekommen. Wir haben so hart gearbeitet, dass an einem Wochentag über 1500 Zuschauer in die Halle kamen und das, obwohl gleichzeitig ein Fußballspiel im Fernsehen kam. Hinzufügen muss man, dass dies gegen den Tabellenletzten Langen geschah. Genau da liefern unsere Spieler ein ganz schlechtes Spiel ab und verlieren kläglich. Da hat uns das Sportliche nicht wirklich geholfen.
BB: Wir haben auch eher die Zeit bis Weihnachten in Betracht gezogen.
Hüvel: In der Hinrunde hat der sportliche Erfolg sicher dazu beigetragen, dass die Leute in die Halle kamen. Da hatten sie ja auch noch Hoffnung, dass wir eventuell aufsteigen könnten. Aber in der Rückrunde hat vor allem die viele gute Arbeit des Marketingbereiches dazu geführt, dass die höheren Zuschauerzahlen erzielt wurden.
BB: Wir glauben, dass es nicht möglich ist, solche Zahlen zu erreichen, wenn nicht alle Parteien gemeinsam daran arbeiten.
Hüvel: Die Problematik liegt darin, dass die Marketingabteilung noch so viel arbeiten und Ideen entwickeln kann, wenn die Mannschaft kein sportliches Engagement zeigt, ist alles für die Katz.
BB: Zu Beginn der letzten Runde haben Herr Dischler und Sie ausgesagt, dass zuerst einmal die Beseitigung der Altlasten angestrebt werden muss, bevor man weiterdenkt. Wurde das Ziel erreicht.
Hüvel: Dazu möchte ich im Moment nichts sagen, da sicher zu einem anderen Zeitpunkt eine Pressekonferenz zum Thema Finanzen folgen wird.
BB: Ist es möglich, dass der Fan die Bemühungen der BG mit Bayern München vergleichen wird?
Hüvel: An Bayern wird man uns nicht messen können, denn wir haben keinen Mäzen, der Geld ohne Ende investiert. Wir müssen hier hart dafür arbeiten. Dirk Bauermann wertet die Pro A-Liga noch einmal auf und macht sie attraktiver. Der wird dort eine gute Mannschaft zusammenstellen, denn er hat ja auch das Geld dazu. Für die Vermarktung dieser Liga war dies sicher ein großer Schritt.
BB: Aber man muss sich ja nicht mit Bayern messen, sondern den zweiten Rang anschauen. Wird die BG ein Team erhalten, das diesen Platz anstreben kann?
Hüvel: Unser Ziel ist auf jeden Fall vorne mitzuspielen. Als erstes muss jedoch der Etat stehen.
BB: Ende der Runde wurde gesagt, dass sieben Spieler bei der BG bleiben werden. Hat das noch Bestand?
Hüvel: Man weiß nie was passiert. Grundsätzlich wird sich jedoch der Trainer zum Sportlichen äußern.
BB: Herr Poropat hat erklärt, dass er versuchen wird, Spieler aus der Region für die Mannschaft zu finden. Hat er da schon jemand im Auge?
Hüvel: Herr Poropat sondiert derzeit den Markt. Genaueres wird er ihnen sagen können.
BB: Gibt es einen zeitlichen Rahmen?
Hüvel: Hier muss ich den neuen Trainer zitieren, der ja sagte, dass es für ihn keine „deadline“ für den Kader gibt. Es muss am Ende alles passen, das ist wichtig.
BB: Auch die anderen Clubs dieser Liga halten sich mit Neuverpflichtungen noch zurück.
Hüvel: Ein wichtiger Grund könnte sein, dass auf dem Spielermarkt die Preise noch ziemlich hoch sind. Je länger die Vereine warten, desto nervöser werden die Spieler und dann kommt Bewegung in die Preise. Das birgt natürlich auch das Risiko, dass der Wunschkandidat plötzlich woanders unterschrieben hat. Auf der anderen Seite hat man aber euch die Chance, einen guten Spieler günstig zu verpflichten. Wir haben für die Trainerposition einige Zeit benötigt und man sieht, was lange währt wird gut, deshalb werden wir uns auch in Sachen Spielerverpflichtung nicht unnötig unter Druck setzen lassen.
BB: Was waren die Gründe, dass die BG so viele Spieler halten konnte?
Hüvel: Wir haben einen guten Standort und die Spieler sind gerne hier. Unsere Amerikaner wären auch gerne wieder zurückgekehrt. Wir wollen Spieler, die sich mit dem Standort identifizieren und sich hier wohlfühlen.
Wir bedanken uns für Ihre Ausführungen und werden im weiteren Verlauf des Sommers immer wieder bei Ihnen vorsprechen, um die Basketballfans auf dem Laufenden zu halten.
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