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Brückenköpfe zwischen Migrantenorganisationen und Bildungsangeboten

5. März 2012 | 10:21 Uhr

Karlsruhe (bb). Die Bildungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungssituation von Migranten ist teilweise besorgniserregend. Bisher müssen die Akteure der beruflichen Bildung und Beratung oft erhebliche Hindernisse überwinden, ehe sie Migranten erreichen. Das soll sich ändern: Das BMBF-Begleitprojekt “Mit Migrant/innen für Migrant/innen” zielt darauf ab, die berufliche Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne Migrationshintergrund zu verbessern. Nötig sind dazu interkulturelle Kooperationen, Netzwerke und Initiativen. Eine wichtige Rolle spielt die Förderung und Schulung von Bildungsbeauftragten aus den Migrantenorganisationen. Auf einer Kooperationsveranstaltung des CyberForums, der IHK Karlsruhe und der MOZAIK gGmbH wurde das Projekt Karlsruher Migrantenorganisationen vorgestellt und die Zusammenarbeit mit dem Projekt “Finish IT” erläutert.

Regeleinrichtungen der beruflichen Beratung und Bildung erreichen die Zielgruppe der Migranten nicht oder nur schwer. Denn bisher fehlt es an stabilen Kontakten zu Migrantenorganisationen, von denen es in Deutschland circa 20000 gibt. Rund 60 Prozent der Migranten könnten über diese Organisationen angesprochen werden.

Auf der einen Seite stehen also die Migrantenorganisationen und auf der anderen regionale Arbeitsmarktakteure. Die Aufgabe besteht nun darin, beide zusammen zu bringen. Darauf zielt das bundesweite Begleitprojekt “Mit Migrant/innen für Migrant/innen – interkulturelle Kooperation zur Verbesserung der Bildungsintegration”. Dieses Begleitprojekt wird, wie “Finish IT”, gefördert als “Perspektive Berufsabschluss”-Projekt vom BMBF und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts sind Bildungsbeauftragte. Sie sind selbst Migranten und entweder Mitglieder einer Migrantenorganisation oder bieten Beratungen an unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Organisation. Die Unterstützung der Migranten in den Themenfeldern Arbeit und Bildung ist ein Teil ihrer Arbeit. Außerdem nehmen sie eine Brückenfunktion ein zwischen Bildungs- und Beratungsträgern, Agenturen, Netzwerkakteuren und natürlich Migranten. Die Bildungsbeauftragten gehen mit den Projektträgern – MOZAIK gGmbH und “Finish IT” – feste Kooperationen ein und erhalten dafür eine monatliche Aufwandsentschädigung. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die Mitglieder von Migrantenorganisationen meistens ehrenamtlich arbeiten und nur begrenzte Kapazitäten zur Verfügung stellen können. Der Wissenstransfer zwischen Institutionen und Organisationen macht die Bildungsbeauftragten zu kompetenten Ansprechpartnern.

Bei einer vom Verein CyberForum initiierten Veranstaltung informierten sich 20 Vertreter von Migrantenorganisationen und Institutionen über das interkulturelle Kooperationsprojekt zwischen der MOZAIK gGmbH und dem Projekt “Finish IT”. Weitere Kooperationspartner sind die IHK Karlsruhe, die Agentur für Arbeit und freie Bildungsanbieter wie die Lutz & Grub AG. Gesucht werden derzeit interessierte Bildungsbeauftragte.

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