Der Fall Kachelmann: Justiz- statt Wetterkapriolen?
31. Juli 2010 | 17:03 Uhr
Wetter-Moderator Jörg Kachelmann verlässt nach 132 Tagen die Mannheimer Justizvollzugsanstalt. Foto: Sascha Schürmann
Karlsruhe (mia). 132 Tage saß Wettermoderator“ Jörg Kachelmann wegen des Verdachts auf Vergewaltigung seiner ehemaligen Freundin in der Mannheimer Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft. Obwohl Aussage gegen Aussage“ stand und offenbar schon früh Zweifel an der Aussage des vermeintlichen Opfers aufgekommen waren, blieb der Wettermann in Haft.
Kachelmann – offenbar kein Kind von Traurigkeit – soll nebenbei noch einige andere Beziehungen gehabt haben, von denen die Frau erfahren hatte, dies aber in ihrer ersten Aussage anders darstellte. In weiteren Vernehmungen soll sie sich in Widersprüchen verstrickt haben und ein Glaubhaftigkeitsgutachten warf neue Zweifel an ihrer Aussage auf.
Trotz dieser Zweifel entschied sich erst das OLG Karlsruhe für Kachelmanns Freilassung, nachdem das Landgericht Mannheim seine Haftbeschwerde abgewiesen hatte. Es bestehe kein dringender Tatverdacht mehr. Bei der Nebenklägerin könnten Falschbelastungsmotive nicht ausgeschlossen werden“, so das OLG. Nun kann der 52-Jährige als freier Mann seiner Hauptverhandlung entgegen sehen. Für den Laien ist dieses Hin und Her der Justiz, das nahezu schon an Wetterkapriolen grenzt, bei Weitem nicht verständlich, so auch für die Karlsruher Bürger.
Boulevard Baden hat sich in Karlsruhe umgehört, wie die Bürger dieses Gezerre sehen und ob sie verstehen, warum Kachelmann erst eine so lange Zeit hinter Schwedischen Gardinen“ verbringen muss und dann plötzlich freigelassen wird.
Für Angelika ist das alles sehr undurchsichtig. Wenn die Staatsanwaltschaft jemanden so lange im Gefängnis festhält, dann muss da doch eigentlich auch was dran sein an den Vorwürfen. Es wundert mich, dass er jetzt plötzlich frei kommt.“ Sie denkt allerdings, dass die Wahrheit nie herauskommen wird, da hier ja ohnehin Aussage gegen Aussage stehe.
Jasmin aus Karlsruhe meint dagegen das ganze Verfahren sei sehr fragwürdig“.
Dass man dem mutmaßlichen Opfer so sehr glaube, obwohl ihre Aussagen fraglich waren und sie später zugegeben hat, dass sie gelogen hat“ bei manchen Äußerungen, sei mehr als ungut. Sie vermutet, dass sich die Dame einfach nur rächen wollte für seine vielen Affären“, hofft aber, dass die Wahrheit doch noch ans Licht komme und sein Ruf, wenn er unschuldig ist, darunter nicht allzu sehr gelitten hat.
Kachelmann hätte viel früher entlassen werden müssen. Dass er so lange in der Haft sitzen musste, ohne dass es zu einer Anklage kommt, ist für mich unverständlich“, so Michael. Es scheint ihm mehr als wahrscheinlich, dass sich das vermeintliche Opfer mit seinen Anschuldigungen an Kachelmann habe rächen wollen.
Durlacherin Margarethe meint: Gott sei Dank ist Kachelmann endlich entlassen worden. Da wird dann auch bald das Wetter wieder besser.“ Mehr möchte sie dazu aber lieber nicht sagen, schmunzelt sie.
Ob die Wahrheit tatsächlich ans Licht kommt, ist hingegen in einem solchen Verfahren nicht immer sicher, da Aussage gegen Aussage steht.












