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Traumberuf = Traum?

30. Januar 2012 | 17:23 Uhr

Karlsruhe (bb). Ob Feuerwehrmann, Profisportler oder Eisläuferin: Traumberufe hatten alle als Kinder und alle waren sich sicher, diesem Beruf nachzugehen‚ wenn sie groß sind. Doch schon der Name “Traum”beruf hat etwas zu bedeuten. Heißt es automatisch, dass der Traumberuf nicht zur Wirklichkeit wird? Heißt es automatisch, dass der Traumberuf nur ein (Kinder-)Traum ist? Johanna, Sophia und Carolin aus dem Bismarck-Gymnasium haben Passanten in der Karlsruher Innenstadt befragt:

Elena Patten, 38 Jahre, Karlsruhe:
Jetzt bin ich Rechtsanwältin und sehr zufrieden mit meinem Berufsleben. Als junges Mädchen wollte ich unbedingt Jazzsängerin werden. Ich ging mit meinen Eltern mit sieben oder acht Jahren in eine Bar und war sofort begeistert von den Damen, die oben auf der Bühne standen und mit kraftvoller Stimme Lieder sangen. Ganz vergangen ist mir diese Leidenschaft noch nicht. Heute singe ich ab und zu in der Bar von einem Freund.

Paul Feldmann, 21 Jahre, Bietigheim-Bissingen:
Mein Traumberuf ist und war schon immer Bauingenieur. Schon als kleiner Junge verliebte ich mich in diesen Job. Ich fand es faszinierend und spannend, dass ein Bauingenieur ausrechnen kann, ob ein Haus steht oder nicht. Ich hing all die Jahre daran und auch heute beeindruckt und interessiert es mich so sehr, dass ich nun Bauingenieurswesen studiere.

Gabriela Martling, 33 Jahre, Karlsruhe:
Früher wollte ich gerne Psychologin werden. Ich fand die Probleme und Sorgen der anderen interessant und mir hat es Spaß gemacht, den Leuten zuzuhören und einen kleinen Einblick in ihre Welt zu erhaschen. Letztendlich war mir das Studium dafür dann doch zu lang und ich bin jetzt Chefin eines Friseursalons. Doch insgeheim bin ich Hobby-Psychologe, denn wenn es ein Problem gibt, kommen sie alle zu mir!

Maria Bossart, 19 Jahre, Germersheim:
Mein Traumberuf war, wie wahrscheinlich bei vielen kleinen Mädchen, Prinzessin. Als ich ungefähr zehn war, wollte ich gerne Grundschullehrerin werden, weil ich meine Grundschullehrerin unheimlich toll fand. Zurzeit studiere ich Jura und es macht mir sehr viel Spaß, auch wenn ich jeden Tag ungefähr sechs Stunden lernen muss. Das ist harte Arbeit, aber nach jeder gelungenen Klausur komme ich meinem Traumberuf etwas näher.

Michaela Tellmann, 69 Jahre, Karlsruhe:
Kinderärztin. Definitiv Kinderärztin. Das wollte ich werden, weil alle in unserem Dorf zu den Ärzten aufgesehen haben und ich Kinder liebe. Ich hab es mir spannend vorgestellt, so wie ein Rätsel, der Krankheit auf den Grund zu gehen. Mit der Zeit war ich nicht mehr so scharf darauf, Arzt zu werden, und heute bin ich Kindergärtnerin. So kann ich immer noch mit Kindern arbeiten.

Daniel Maurer, 22 Jahre, Karlsruhe:
Mein Traumberuf war Feuerwehrmann. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie wir mit dem Kindergarten einmal zur Feuerwehr gegangen sind und die Feuerwehrmänner MICH auswählten, um mit ihnen eine Runde auf dieser Leiter zu fahren. Mich beneideten alle aus dem Kindergarten und auf einmal wollten alle Feuerwehrmänner werden. Als ich älter wurde fand ich es nicht mehr so cool und jetzt studiere ich Mathematik, Erdkunde und Sport.

Clemens Balsmeier, 47 Jahre, Karlsruhe:
Keine Frage, unbedingt Arzt. Da wo ich herkomme, ein kleines Dorf, kannte jeder den Arzt. Er wurde von jedem gegrüßt und gemocht und er war zu allen sehr freundlich. Ich interessierte mich auch für die Medizin und in meinen Ferien durfte ich ab und zu bei ihm arbeiten, was für mich das Highlight der Ferien war. Da das Medizinstudium aber sehr teuer war, entschied ich mich, Gärtner zu werden. Auch heute überlege ich oft noch, wie es wohl wäre, wenn ich doch Arzt geworden wäre.

Doreen Post, 16 Jahre, Potsdam:
Als ich noch ein kleines Mädchen war, wollte ich Wurstverkäuferin werden. Die Wurstverkäuferinnen waren so freundlich und boten jedem was zu Essen an, sie arbeiteten immer gutgelaunt hinter der Theke und lächelten. Zurzeit mache ich eine Ausbildung zur Tierarzthelferin. Das macht mir auch sehr viel Spaß und es ist toll mit anderen Personen zusammenzuarbeiten und vor allem macht es Spaß den Tieren zu helfen.

Michelle Krause, 25 Jahre, Karlsruhe:
Mein Traumberuf war Bundeskanzlerin. Mit sechs Jahren dachte ich, ich könnte quatschige Gesetze erfinden, mich wie eine richtige Königin mit allem drum und dran verwöhnen lassen und wusste natürlich nicht was für ein verantwortungsvoller Beruf das ist. Als ich das erfuhr war ich ziemlich enttäuscht und heute bin ich im Altenheim tätig. Ich freue mich jeden Tag aufs Neue, wenn mich jemand dort fragt, ob ich einen Spaziergang mit ihm machen möchte oder Schach spielen. Ich schließe dort neue Freundschaften.

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