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Vom irischen Tanzfieber gepackt

11. Mai 2012 | 15:45 Uhr
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Im traditionellen Kostüm von links nach rechts: Lara Kerstgens, Charlotte Schimpgen und Cara Schmiady. Vorne: Sophia Erb.

Stutensee-Friedrichstal (pas). Begonnen hat alles vor sechs Jahren. Michael Flatley begeisterte mit seiner “Lord of the Dance”-Show Millionen Menschen – auch Cara und Charlotte. Die neun und zehn Jahre alten Mädchen waren so angetan, dass sie nicht nur zuschauen, sondern selbst die Tanzschuhe schnüren wollten. Sechs Jahre später feiern sie Erfolge bei Welt- und Europameisterschaften.

“Irish Dance” heißt der Sport, den Cara und Charlotte betreiben. Er beinhaltet verschiedene irische Volkstänze, die allein, in Paaren oder in Gruppen getanzt werden. Charakteristisch ist, dass ausschließlich mit den Beinen getanzt wird, Oberkörper und Arme bleiben möglichst aufrecht.

“Man braucht natürlich ein bisschen Bewegungstalent und Ausdauer. Die Grundschritte wird man dann schnell verstehen”, sagt die heute 15-jährige Cara. “Motivation ist sehr wichtig, dann kann man noch sehr viel lernen. Da spielt das Alter auch keine Rolle”, ergänzt Charlotte. Ihre ersten Schritte haben die beiden Mädchen in einer Tanzschule in Bruchsal gelernt. Heute greifen sie dem Nachwuchs unter die Arme, seit Oktober 2011 sind sie jeden Montag und Freitag Übungsleiterinnen bei der “Irish Dance”-Gruppe des TV Friedrichstal. Mit dabei ist dort Caras achtjährige Schwester Sophia, die ebenso vom Tanzfieber gepackt wurde.

Den Reiz der irischen Tänze macht für die Mädchen die Mischung aus Tradition und Moderne aus. “Vieles wie die Musik, die Kostüme und verschiedene vorgegebene Tänze und Schritte ist sehr traditionell”, sagt Caras Mutter Susanne Erb-Schmiady, die ihre Töchter unterstützt. Auf der anderen Seite bleibt viel Raum für Kreativität, das zeigen nicht zuletzt die erfolgreichen Shows wie “Lord of the Dance”.

Für ihr Hobby opfern die jungen Tänzerinnen jede Menge Zeit und Herzblut. Wettkämpfe finden in ganz Europa statt, auch für Workshops mit verschiedenen Trainern werden weite Fahrten auf sich genommen. “Salzburg, Prag, Duisburg – man kommt viel herum”, sagt Susanne Erb-Schmiady. “Wir wurden sogar schon nach China eingeladen”, ergänzt Cara. Nicht ganz so weit war die Anreise zur Welt- und Europameisterschaft, die im April in Düsseldorf stattfand. Mehr als 700 Athleten aus 20 Nationen traten in unterschiedlichen Kategorien und Altersklassen gegeneinander an. Die Heimreise konnten die Friedrichstaler Mädchen mit je einem Weltmeistertitel für Cara und ihre Tanzpartnerin Lara sowie Sophia antreten. Charlotte musste wegen einer Verletzung zuschauen: “Das war sehr hart für mich. Aber das nächste Mal bin ich wieder mit dabei!”

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