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Seit fünf Jahren erfolgreich gegen Drogeneinstieg

16. März 2012 | 8:34 Uhr

Kreis Karlsruhe (bb). Etwas zu tun, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, darauf zielt die Landkreisinitiative „Wegschauen ist keine Lösung“ ab, die sich gegen den Suchtmittelmissbrauch richtet. Hierzu gehört auch das Programm „Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten“, kurz „FreD“ benannt. Mit ihm soll dem „Probierkonsum“ als Einstieg in eine spätere chronischen Abhängigkeit begegnet werden. Seit fünf Jahren werden unter Federführung des Landkreises Karlsruhe von den Fachleuten der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe AGJ, dem baden-württembergischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation bwlv sowie der Polizei achtstündige Kurse durchgeführt. Mit Unterstützung der Staatsanwaltschaft, der Gerichte, der Jugendgerichtshilfe und der Polizei wird jungen Leuten, die erstmals beim Drogenkonsum erwischt wurden, dringend die Teilnahme nahegelegt. Der Nutzen ist doppelt: zum einen, weil veranschaulicht wird, dass ein unbekümmerter Probierkonsum oft in eine chronische Abhängigkeit führt und zum zweiten, weil Verfahren z. B. wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, eingestellt werden können.

Seit 2007 hat sich das Angebot der Kurse verdreifacht, an denen im letzten Jahr 80 Jugendliche teilnahmen. „Im Vordergrund stehen Suchtstoffe wie Cannabis und Alkohol“, berichtet Toni Stadlmeier von der AGJ Suchtberatung in Ettlingen, „bisweilen haben die Jugendlichen aber auch schon Erfahrungen mit Ecstasy oder Speed gemacht.“ Carolin Bischoff, Kursleiterin der bwlv-Beratungsstelle in Bruchsal ergänzt: „Auch wenn Mädchen zu Beginn der Pubertät statistisch beim Suchtmittelmissbrauch tüchtig mitmischen, so scheint der massive Suchtmittelmissbrauch jenseits des 15. Lebensjahres nach wie vor eine Domäne der Männer zu sein“. Vor dem Hintergrund einer erhöhten Risikobereitschaft sind männliche Jugendliche und Heranwachsende mit fast 90 Prozent in den Kursen vertreten. Erfolgreich macht FreD nicht nur die Angst vor Strafe. Die Begegnung von ehemals Abhängigen, die in die Kurse eingebunden werden trägt viel zur Entzauberung des Suchtmittelkonsums bei. Fazit eines 16-jährigen Kursteilnehmers: „Meine Begeisterung für all das, was mit Drogen zusammenhängt, sehe ich durch den Kurs heute deutlich kritischer.“ Der Suchtbeauftragte des Landkreises Karlsruhe, Matthias Haug, zieht deshalb nach fünf Jahren eine positive Bilanz: „Im Vergleich ist die Rückfallquote bei Jugendlichen und Heranwachsenden, die FreD-Kurse besucht haben, um einem zweistelligen Prozentsatz niedriger als bei den Nichtteilnehmern“. Ganz im Sinne der Landkreisinitiative „Wegschauen ist keine Lösung“ bestätige sich auch hier, dass frühes und beharrliches Ansprechen von Suchtmittelmissbrauch ein richtiger Ansatz ist.

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