. .

“Wenn Udo auf Tour ist, taucht er in eine andere Welt ein”

23. Februar 2012 | 16:15 Uhr

Eggenstein (pas). Plakate und Bilder hängen an den Wänden. In den Schränken stapeln sich CDs, Bücher, Tassen und viele andere Fanartikel. Das typische Klischee eines Teenie-Zimmers. Mitten im Raum steht mit leuchtenden Augen Armin Eckmajer. Vor wenigen Tagen ist er 50 Jahre alt geworden. Er hat erste graue Strähnen in den dunklen, langen Haaren. 70er-Rock, das ist seine Sache. Sein Idol: Udo Lindenberg.

Armin Eckmajer und Udo Lindenberg: Seit über 30 Jahren ist der Eggensteiner ein großer Fan des deutschen Rockers. Foto: Armin Eckmajer

“Angefangen hat das Mitte der 70er. Da war plötzlich ein Typ, der unsere Sprache gesprochen hat. Deutsche Rockmusik, das war etwas ganz Neues”, sagt Eckmajer. “Meine Mutter hat mir damals gesagt, ich solle lieber mal eine neue Hose kaufen. Ich habe mir neue Platten von Udo gekauft.” Das erste Konzert von Lindenberg und seinem Panikorchester hat er 1979 in der ausverkauften Karlsruher Schwarzwaldhalle besucht – seitdem folgten unzählige weitere in ganz Deutschland.

“Mit der Zeit entwickelt sich da ein ganz besonderes Verhältnis”, sagt der 50-Jährige. Udo Lindenberg kennt seine treuen Fans. Sie übernachten im selben Hotel wie er. Sie sind schon beim Soundcheck und der Generalprobe dabei. Sie gehören dazu wie Bodyguards, Bühnencrew und Band. Man kennt und schätzt sich. Auf der Bühne ist Lindenberg Perfektionist – eine Probe bis 3 Uhr nachts kann durchaus vorkommen. “Er kann aber auch total locker und entspannt sein”, sagt Eckmajer. “Wenn alles fertig ist, kommt er von allein auf einen zu, redet, nimmt sich Zeit. Auch für Kritik ist er immer offen. ‘Hardcore-Fans’ wie mir fallen ja die kleinsten Fehler auf.”

Begleitet hat Eckmajer Lindenberg selbst in den 90ern. Damals befand sich der Musiker in einer Schaffenskrise, weniger Fans kamen zu seinen Konzerten, seine Platten verkauften sich nicht mehr so gut. “Eine solche Phase machen viele große Künstler in ihrer Karriere durch. Die Entwicklung vom Rocker in Lederhosen zum gereiften Rock-Chansonisten von heute ist Udo schwer gefallen. Das hat einfach seine Zeit gebraucht”, sagt der 50-Jährige. “Aber heute schließt sich der Kreis. Es ist wieder wie in seinen ganz großen Tagen. Damit hat nicht einmal er selbst gerechnet.”

Am Samstag, 10. März beginnt Lindenbergs “Ich mach mein Ding”-Tour in der Mannheimer SAP-Arena, die meisten Auftritte sind restlos ausverkauft. Armin Eckmajer hat sich seine Karten schon vor langer Zeit gesichert. “Wenn Udo auf Tour ist, taucht er in eine andere Welt ein”, sagt seine Frau Angelika. “Danach taucht er wieder auf. Daran sind wir gewöhnt.”

Im Wohnzimmer der Eckmajers erinnern einige gemeinsame Fotos an das Fan-Dasein. Dazwischen hängt eine Skizze von Lindenbergs Profil, die der Musiker 2009 für die Töchter der Familie angefertigt hat. Die meisten der zahllosen Fanartikel, die Eckmajer in den vergangenen 30 Jahren gesammelt hat, befinden sich in einem eigenen Fanzimmer: Briefmarken, Pappaufsteller, Schallplatten, T-Shirts, Schals, Schlagzeugstöcke mit Autogramm. Überraschend: Ein charakteristischer Lindenberg-Hut findet sich in der Sammlung nicht. “Leute, die aussehen wollen wie er und sprechen wie er, finde ich balla balla. Das können nur die wenigsten wirklich gut. Ich bin ich und er ist er.”

Abgelegt unter: · · · · ·
Zum Seitenanfang

  • die neue Welle Webradio
  • Boulevard Baden auf Facebook

  • Das Programm von "Das Fest" wurde zum Teil bekannt gegeben. Gehen Sie zu "Das Fest"?

    Ergebnis ansehen

    Loading ... Loading ...