GDL droht mit neuen Streiks bei Privatbahnen nach 1. Mai
21. April 2011 | 10:35 UhrKarlsruhe/Hechingen (dapd-bwb). Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) droht nach dem Ende des 60-stündigen Streiks bei den baden-württembergischen Privatbahnen mit erneuten Arbeitsniederlegungen nach dem 1. Mai. Mit den Auswirkungen des beendeten Arbeitskampfs sei man zufrieden, nun wolle man eine Streikpause einlegen, um den Arbeitgebern Zeit zum Nachdenken zu geben, erläuterte ein GDL-Sprecher am Donnerstag. Sollten die Arbeitgeber jedoch nicht bereit sein, an den Verhandlungstisch zu kommen, sei mit neuen Streiks zu rechnen.
Die im Südwesten vom Arbeitskampf betroffenen Privatbahnen Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und Hohenzollerische Landesbahn (HzL) hielten sich nach dem Streikende bedeckt. Die Forderungen der GDL seien für beide Unternehmen so nicht umsetzbar, erklärten die Sprecher der beiden Privatbahnen einstimmig. Die Geschäftsleitung und der Betriebsrat der AVG wollten sich nach Ostern zu Gesprächen treffen. Der HzL-Vorstandsvorsitzende Hans-Joachim Disch gab gegenüber der Nachrichtenagentur dapd zu, unter Druck zu sein. „Wir müssen umdenken“, sagte er.
Der von Montag bis Donnerstag dauernde Streik hatte vor allem beim Karlsruher S-Bahn-Verkehr massive Beeinträchtigungen verursacht. Die GDL will mit Streiks den Druck auf die privaten Bahngesellschaften erhöhen. Mit der Deutschen Bahn hatte sich die GDL in der vergangenen Woche auf ein umfassendes Gesamtpaket für die dort beschäftigten rund 20.000 Lokführer geeinigt. Vereinbart wurden ein Rahmentarifvertrag im Personen- und Güterverkehr sowie Verbesserungen bei den Einkommen und der betrieblichen Altersversorgung.
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