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Sozialaktenfund auf Dachboden

20. Januar 2010 | 15:46 Uhr

Karlsbad-Spielberg. Dieser staunte nicht schlecht, welche Schätze dort zu finden waren. Beim Inhalt der Truhe handelt es sich vor allem um die Sozialakten der Gemeinde Spielberg. Die Datierung der Akten reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück und dokumentiert den Zeitraum bis zu den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Das Alter der Schriftstücke stellt gleich ihre erste Besonderheit dar. Sehr ungewöhnlich, dass Sozialakten bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. Die wieder gefundenen Almosen- und Heiligenrechnungen komplettieren das Spielberger Gemeindearchiv im Bereich der Gemeinderechnungen. Das Besondere an diesem Aktenfund ist der dadurch mögliche Einblick in die soziale Struktur des Dorfes, sowie den Umgang der Gemeinde mit ihren hilfsbedürftigen Bürgern und Einwohnern. Sie geben Antworten zu den Fragen "Wie viele Arme gab es?", "Wodurch wurde Armut definiert?", "Wer bekam Hilfeleistungen und welcher Art?". Nach Rücksprache mit der Kirchengemeinde wurde das historische Material ins Spielberger Ortsarchiv gebracht. Wenn die Akten erst einmal aufgestellt und bearbeitet sind, schließt sich nicht nur eine Lücke in den Regalen des Spielberger Gemeindearchives, sondern auch im Wissen des Ortes um seine Vergangenheit. Kirchengemeinderätin Claudia Braun beauftragte zudem, dass die Archivtruhe von Fritz Kies restauriert wurde. Seit 2001 bearbeitet Archivar Helmut Müller die Archivbestände der Karlsbader Ortsteile. Sein Aufgabengebiet umfasst die Auswertung, Erhaltung, Registratur sowie die Suche nach verschollenen Teilen des Aktenbestandes.(bb)

Autor: Deichmann

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