Landrat lobt Hospizarbeit im Landkreis und der Stadt Karlsruhe
22. Juni 2012 | 10:35 UhrKarlsruhe (bb). Was die Hospizarbeit betrifft gehört der Landkreis Karlsruhe zu den Vorreitern: 1991 wurde ein stationäres Hospiz – das zweite im Land Baden-Württemberg – eröffnet, heute begleiten eine ganze Reihe von Hospizdiensten und Initiativen Sterbende in ihren letzten Tagen des Lebens.
Seit zehn Jahren besteht mittlerweile die Hospiz-Stiftung im Stadt- und Landkreis Karlsruhe. Anlass für Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Verantwortliche und Akteure ins Landratsamt Karlsruhe einzuladen, um ihnen zu danken, dass im Landkreis nicht nur eine Hospizbewegung existiert, sondern dass von ihr eine enorme Arbeit geleistet und ganz konkrete Angebote gemacht werden. Diese seien für die Infrastruktur nicht weniger wichtig als Straßen oder Bildungseinrichtungen. „Das wichtigste war der Aufbau von Netzwerken“ erinnerte sich Wilfried Ludwigs, der bis 2006 Vorsitzender der Stiftung war, an die Anfänge. „Es ist gelungen, etwas Großes zu erreichen“, bilanzierte Dore Dinkelmann-Möhring, die sich im Vorstand der Stiftung engagiert, was die heutige Vorsitzende Lieselotte Lossau eindrucksvoll belegte: so hat sich das anfängliche Stiftungskapital auf 560.000 Euro mittlerweile verfünffacht und dank zusätzlicher Spenden konnten bereits 115.000 Euro für die Hospizarbeit zur Verfügung gestellt werden. Sie hob besonders die gute Kooperation mit dem Förderverein Hospiz Ettlingen hervor, der viele hochkarätige Veranstaltungen organisiert hatte, wie z.B. Lesungen mit Klaus Maria Brandauer. Auf diese Weise trage er dazu bei, das schwierige Thema der Sterbebegleitung positiv in den Köpfen der Menschen zu verankern. Von der aktuellen Ausschüttung der Stiftung von 11.000 Euro profitierten in diesem Jahr das Hospiz Arista und der Kinderhospizdienst Stadt- und Landkreis Karlsruhe. Die Leiterinnen der beiden Einrichtungen, Hiltraud Röse und Claudia Einbeck-Ritscher bedankten sich für die finanzielle Unterstützung und betonten, dass sie sich jeweils als ein Baustein in einem Netzwerk sehen. Das Hospiz Arista kann mittlerweile auf 50, der Kinderhospizdienst auf 41 Ehrenamtliche zählen, die sich der gleichermaßen schwierigen wie erfüllenden Aufgabe widmen. „Sterben können in Würde ist eine wunderbare Sache“, brachte Hiltraud Röse das außergewöhnliche Engagement auf den Punkt. Landrat Dr. Christoph Schnaudigel diskutierte mit den Hospizverbänden auch die Notwendigkeit eines Angebots im nördlichen Landkreis und bot hierzu seine Unterstützung an.
Hospizarbeit beginnt, wenn die ärztliche Fähigkeiten am Ende ihrer Möglichkeit ist. Stationäre und ambulante Dienste begleiten Schwerkranke und Sterbende mit fürsorglicher Zuwendung. In Vorträgen und Veranstaltungen werden darüber hinaus Informationen zu den Themen Vorsorge, Krankheit, Sterben, Tod und Trauer vermittelt. Weitere Informationen gibt es unter www.hospizstiftung-karlsruhe.de.
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