Seit 35 Jahren in Ettlingen aktiv: Amnesty International Gruppe sucht Mitstreiter
15. Februar 2012 | 9:58 UhrEttlingen (bb). Die Ettlinger Amnesty-Gruppe kann auf ein langes Leben zurück blicken: Bis ins Jahr 1976 reichen die Anfänge. Allerdings hat die Gruppe in den vergangenen Jahren unter Mitgliederschwund gelitten. So blieben zuletzt nur noch Ressourcen für das alljährliche Benefizkonzert, das die Ettlinger Musikschule seit 1990 immer zum 10. Dezember veranstaltet. Am 10. Dezember 1948 hatten die Vereinten Nationen die “Allgemeine Erklärung der Menschenrechte” verabschiedet – die Arbeitsgrundlage für die weltweit ehrenamtlich arbeitende Organisation.
Amnestys Geburtsstunde schlug am 28. Mai 1961. An jenem Tag veröffentlichte der englische Rechtsanwalt Peter Benenson in der Wochenzeitung “The Observer” den berühmten Artikel “Appeal for Amnesty” (“Aufruf zur Freilassung”). Dieser Artikel war der Startschuss für eine zunächst einjährige Kampagne, aus der die heute rund drei Millionen Unterstützer umfassende Menschenrechtsorganisation erwuchs. Inzwischen arbeitet Amnesty in rund 150 Ländern, in Deutschland unterstützen rund 110.000 Ehrenamtliche und knapp 90 Hauptamtliche die Menschenrechtsarbeit.
Auch in Ettlingen möchten die verbliebenen Amnesty-Mitglieder wieder aktiver werden und haben beschlossen, sich ab Februar wieder regelmäßig zu treffen. Als Treffpunkt hat sich die Gruppe das Caspar-Hedio-Haus der evangelischen Johannesgemeinde ausgesucht. Dank der Unterstützung von Pfarrer Heitmann und der Kirchengemeinde konnte so der Wunsch nach einem öffentlich zugänglichen Ort erfüllt werden. Bereits am 4. Dezember vergangenen Jahres fand das Benefizkonzert in der Johanneskirche statt.
Amnesty sucht neue Mitstreiter
Der größte Wunsch der Ettlinger Gruppe für das neue Jahr ist, dass sich weitere Interessierte der Gruppe anschließen und dass man gemeinsam außer besagtem Konzert auch weitere Aktionen in Ettlingen organisieren möge.
Die Arbeitsformen einer Amnesty-Gruppe sind vielfältig. Diese reichen vom Abfassen von Briefappellen für die von Amnesty betreuten Opfer von Menschenrechtsverletzungen über vielfältige Aktionen wie Infostände, Benefizkonzerte, Mahnwachen, Gottesdienste, Bücherflohmärkte bis hin zu Menschenrechtsbildung und Arbeit im Asylbereich. Jede Gruppe hat dabei ihre eigenen Schwerpunkte.
Gerade das Schreiben von Briefen bildet einen zentralen Schwerpunkt der Amnesty-Arbeit. Wenn Menschen von Menschenrechtsverletzungen bedroht sind, alarmiert Amnesty sein Urgent Action-Netzwerk. Innerhalb kürzester Zeit senden Menschen weltweit Briefe, Faxe und E-Mails an die zuständigen Regierungen und Behörden. Die so erzeugte Aufmerksamkeit ist oft entscheidend, um ein Menschenleben zu retten: Circa 35 Prozent aller Urgent Actions haben Erfolg, teilt die Ettlinger Amnesty-Gruppe mit.
Das erste Gruppentreffen im neuen Jahr findet am Dienstag, 28. Februar, um 19 Uhr in der Johannesgemeinde, Caspar-Hedio-Haus, Albstr. 41, im “Oberen Jugendraum” auf der Gebäuderückseite statt.
Weitere Infos gibt es unter www.amnesty-ettlingen.de oder beim Gruppensprecher Axel Schüler, Mobil 0160-8400864, E-Mail: ai-ettlingen@web.de.
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