The United Kingdom Ukulele Orchestra im Konzerthaus Karlsruhe
26. März 2012 | 13:47 UhrKarlsruhe (bb). Wer im tosenden Applaus nach mehreren Zugaben am Samstag aus dem Konzerthaus ging, hatte ein Lächeln im Gesicht. Zwei Stunden gute Comedy und Musik waren schnell verflogen, so fesselnd und unterhaltend war diese geniale Show des “The United Kingdom Ukulele Orchestra” aus exzellenter Musik und britischem Comedy-Talenten. Es fällt schwer, nochmal alle einzelnen Stücke zu erinnern, die man bei diesem rasanten Mix quer durch die Musikgeschichte gehört hat: Es geht von Altmeister Johann Sebastian Bach (gemixt mit Procol Harum ), Rossini, den Beatles, Filmkomponisten wie Henry Mancini („Pink Panther”) oder Laurel und Hardy’s „Honolulu Baby” über Pop („Abba” ) und Rock („Queen”) bis zu den „Pretenders” oder „Fleetwood Mac”.
Sarah Dale, die schon wie im Vorjahr ihre TV-Bergkantate „Heidi” für alle „Ziegenliebhaber” erklingen ließ, schlüpft mal in die Stiefel von Lee Hazlewoods und Nancy Sinatras „Boots are made for Walking”,verbiegt sich hexenschussgeplagt zu Tschaikowskys „Tanz der Zuckerrohrflöten” oder parodiert die wehrhafte Göttin Britannia in einer Mini-Ausgabe der „Last Night oft he Proms” . Lesley Cunningham, eine junge in London lebende Neuseeländerin, überzeugt als selbsterklärte „Party-Queen” mit einer Rock-Version von Chrissie Hynde‘s „Brass in Pocket”.
Auch eigene Kompositionen gehören mittlerweile zum Repertoire des UK Ukulele Orchesters, Peter Baynes hat bei seiner Arbeit mit Ukulele-spielenden Kindern den rasanten Titel „Broccoli” komponiert, der Grund ist einleuchtend: Alle Kinder hassen Broccoli !
Die komplizierten, rasanten Ukulele Passagen beherrschen der – wegen seiner schottischen Herkunft ironisch in die Dritte Welt eingestufte – Alan Sweeney und der aus Nottingham stammende „Robin Hood” Alan Dowson. Das sind bewundernswerte Präzisionskünstler an diesen Miniaturinstrumenten. An beste Monty Python Zeiten wird man erinnert, wenn man sich Andy Wilds Comedy-Talent anschaut, seine hochstimmige Piepsversion von „Staying Alive” oder seine skurrilen Moderationen treffen genau den verrückten Ton britischer Selbstironie. Nicht zu vergessen der ältere, sympathische Herr an der Bass-Ukulele: Douglas Henning. Er scheint den ganzen musikalischen Exkurs dieser verrückten Familie mit stoischer Gelassenheit zu begleiten, zeigt aber schon bei Khachaturians Säbel-Tanz flinke solistische Basseinlagen, die sein Alter keinesfalls verraten.
Man merkt dieser Familie an, dass ein BBC-Urgestein für die musikalische Leitung verantwortlich ist. Peter Moss- selbst nicht auf der Bühne – hat immerhin die weltweit längst laufende Comedy Show musikalisch für das britische Radio konzipiert. Mit dem UK Ukulele Orchestra ist ihm nach Mitwirkung an der berühmten „Rocky Horror Show” nochmal ein „teuflisches Meisterwerk” gelungen. Bleibt zu hoffen, dass dieses einzigartige Orchester bald wieder im Karlsruher Konzerthaus einen Tour-Stop einlegt.
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